Tag: Serien

Als bekennender ARMY musste ich das natürlich sehen. Und trotzdem hat mich diese Doku überrascht, denn ich habe Jung Kook noch einmal ganz anders kennengelernt.
JUNG KOOK: I AM STILL THE ORIGINAL
Südkorea 2024 / 3 Teile / Dokumentation, Musik
Streaming: Disney+
Erweiterte Fassung des Kinofilms "Jung Kook: I Am Still" / Veröffentlichung: 3. Dezember 2024
Mitwirkende
Jung Kook (BTS)
Zur Story
Die Doku begleitet Jung Kook durch seine Solozeit: den Start seiner ersten Solosingle "Seven (feat. Latto)" und die Zeit rund um sein Album "Golden". Gezeigt werden rund acht Monate rund um die Welt, mit bisher unveröffentlichten Interviews, Szenen hinter den Kulissen und der vollständigen Fassung seiner "Golden"-Liveshow.
Charaktere & Chemie
Hier steht eine einzige Person im Mittelpunkt, und genau das macht den Reiz aus. Privat scheint Jung Kook ganz anders zu sein, als man es nach außen hin vermuten würde. Man sieht einen Menschen, der sich selbst stark hinterfragt.
Ton / Themen / Produktion
Die Doku bietet starke Auftritte, tolle Bilder von der Tour und aus der Videoproduktion und natürlich richtig gute Musik. Zugleich zeigt sie, wie viel Arbeit hinter alldem steckt.
Persönlicher Eindruck & Bewertung
Ich bin ja schon lange ARMY, aber wie viel Arbeit in Jung Kook steckt, wusste ich so nicht. Er ist ein absolutes Arbeitstier: Was er trainiert und übt und wie selbstkritisch er dabei ist, hat mich wirklich überrascht. Dazu kommen super Auftritte, super Bilder von Tour und Videoproduktion und richtig geile Musik. Da konnte ich endlich mal wieder meinen K-Pop-Hal-Abeoji raushängen lassen. 10 von 10 Punkten.
Silvio 01.11.2026, 11.44 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Ich dachte beim Anschauen fast, es wäre ein Donghua. Es ist aber ein japanischer Anime, der sich einen chinesisch anmutenden Hof als Kulisse gesucht hat, ähnlich wie bei "Die Tagebücher der Apothekerin". Dazu ein Körpertausch, und der hat diesmal einen ganz anderen Ansatz als sonst.
Though I Am an Inept Villainess (Japanisch: Futsutsuka na Akujo de wa Gozaimasu ga: Sugu Chouso Torikae Den)
Japan 2026 / 11 Episoden (erster Cour, zweiter Cour startet im Januar 2027) / Fantasy, Romance, Comedy
Streaming: Disney+, außerdem Crunchyroll und Hulu (USA) und Netflix (ausgewählte Regionen in Asien)
Studio: Doga Kobo / Regie: Mitsue Yamazaki / Vorlage: Light Novel von Satsuki Nakamura (Illustration: Kana Yuki)
Zur Story
Die Geschichte spielt in einem fiktiven Kaiserreich, das stark an das alte China erinnert. Reirin ist eine zierliche, gesundheitlich angeschlagene Anwärterin auf den Platz als kaiserliche Gemahlin. Eines Tages tauscht sie den Körper mit Keigetsu, einer Rivalin, die am Hof ziemlich unbeliebt ist. Reirin verzweifelt nicht, sondern genießt erst einmal ihren neuen, gesunden Körper und findet sich zwischen den Intrigen des Palasts zurecht. Das Besondere ist nicht der Tausch selbst, sondern die Frage nach dem Warum und Weshalb und danach, was dabei am Ende herauskommt.
Charaktere & Chemie
Das Duo Reirin und Keigetsu ist das Herzstück. Gesprochen werden die beiden im Original von Manaka Iwami (Reirin) und Natsumi Kawaida (Keigetsu), und weil sie nach dem Tausch jeweils die Rolle der anderen sprechen, ist das auch für die Synchronsprecherinnen eine Herausforderung. Dazu kommen Ei Gyoumei (Makoto Furukawa), Shin-u (Yuichiro Umehara) und Leelee (Hana Hishikawa).
Ton / Themen / Produktion
Der Ton ist leicht und humorvoll, mit Hofintrigen im Hintergrund. Doga Kobo hat die Serie wirklich schön umgesetzt. Das Charakterdesign stammt von Ai Kikuchi, die Musik von Yukari Hashimoto. Das Opening "Sunny" kommt von milet, das Ending "Hokiboshi" von Rokudenashi.
Persönlicher Eindruck & Bewertung
Ich fand den Anime total süß und sehr schön gezeichnet. Der Körpertausch ist hier mal mit einem ganz anderen Ansatz erzählt, und genau das hat mich neugierig gehalten. Ich habe mich durchgehend sehr gut unterhalten gefühlt. 10 von 10 Punkten. Wer "Die Tagebücher der Apothekerin" mochte oder einen Hofanime mit Herz und Humor sucht, ist hier goldrichtig.
Silvio 01.11.2026, 11.33 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Ein Krimi, bei dem zwei Ermittler sich erst einmal nicht ausstehen können und trotzdem zusammen mehrere Todesfälle aufklären müssen. Dazu kommt eine Boys-Love-Geschichte, die sich nebenbei entwickelt. Bei "Dare You to Death" trifft Thriller auf BL, und das klingt erst mal nach einer guten Mischung.
Dare You to Death (Thai: Khai Khadi Pen Hen Khadi Tai)
Thailand 2025/2026 / 10 Episoden à ca. 42-48 Minuten / Krimi, Thriller, Mystery, Boys Love
Streaming: Netflix (ungeschnittene Fassung), im Original auch auf GMM 25
Basiert auf dem Roman von MTRD.S / Regie: Jade Bunyoprakarn / Produktion: GMMTV
Cast
Archen Aydin (Joong) als Jaruwat "Jade" Chotisuntrakul
Natachai Boonprasert (Dunk) als Kamin Kananon
Thipakorn Thitathan (Ohm) als Jirawit "Jay" Chotisuntrakul, Jades jüngerer Bruder
Pathitta Pornchumroenrut (Pahn) als Puifai
Wachirawit Ruangwiwat (Chimon) als Champ
Wanwimol Jaenasavamethee (June) als Cherreen
Harit Cheewagaroon (Sing) als Phut
Teepakorn Kwanboon (Prom) als Time
Fluke Jeeratch Wongpian als Thaenkhun Iriyasasanakul, Gerichtsmediziner
Samantha Melanie Coates (Sammy) als Emiran "Mirin" Kiattikhongrak, Spurensicherung
und weitere
Zur Story
Nach einer durchfeierten Nacht mit Freunden stirbt die Studentin Puifai. Der neu versetzte Inspector Kamin und Captain Jade sind Rivalen bei der Polizei, werden aber gemeinsam auf den Fall angesetzt. Schnell zeigt sich, dass die Sache komplizierter ist, als sie aussieht. Im Raum steht ein tödliches Wahrheit-oder-Pflicht-Spiel unter Studenten, und der Verdacht, dass dahinter Rachemorde stecken.
Charaktere & Chemie
Kamin und Jade sind der Kern der Serie. Die Reibung zwischen den beiden treibt die Ermittlungen an, und mit der Zeit wächst die Anziehung zwischen ihnen. Das BL-Element läuft also parallel zum Fall mit und ersetzt ihn nicht. Joong und Dunk tragen das Ganze als Hauptdarsteller.
Ton / Themen / Produktion
GMMTV und Netflix setzen hier auf einen Whodunit mit Campus-Hintergrund. Es geht um Schuld, Rache und die Frage, wie weit ein "Spiel" gehen darf. Die Netflix-Fassung ist ungeschnitten.
Persönlicher Eindruck & Bewertung
Eigentlich war das eine ganz nette Serie. Für meinen Geschmack steckt aber an manchen Stellen ein bisschen zu viel Klischee drin, wie man es aus dem Genre kennt. Gestört hat mich das nur am Rand, deshalb gibt es von mir 9 von 10 Punkten. Wer BL und Krimi mag, kann hier gut zugreifen.
Silvio 01.11.2026, 11.20 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Manchmal braucht man keine ernste Geschichte, sondern einfach eine Serie, bei der man laut lachen muss. Trapped in a Dating Sim war für mich genau das, und zwar in beiden Staffeln. Ich habe selten einen Anime gesehen, der so konsequent auf Spaß setzt und dabei so eine eigene Welt aufbaut.
Trapped in a Dating Sim: The World of Otome Games is Tough for Mobs – Staffel 1+2
Japan / 2022 und 2026 / 2 Staffeln mit je 12 Episoden / Isekai, Fantasy, Sci-Fi, Comedy
Zur Story
Leon wird in einer Welt wiedergeboren, die aus einem Otome-Spiel stammt. In dieser Welt haben die Frauen das Sagen, und Männer stehen gesellschaftlich ziemlich weit unten. Leon kennt das Spiel, spielt darin aber nur eine Nebenrolle, einen sogenannten Mob. An seiner Seite hat er Luxion, eine KI mit trockenem Humor. Mehr verrate ich nicht, denn die Überraschungen gehören zum Spaß.
Charaktere & Chemie
Das Beste an der Serie ist, wie sich alle untereinander verhalten. Leon selbst ist ein Fest: Wie er sich in dieser Welt bewegt und auf alles reagiert, ist einfach witzig. Dazu kommen die Verwicklungen zwischen den Figuren. Eine Widersacherin entpuppt sich zum Beispiel als jemand, mit dem man nie gerechnet hätte, nämlich als seine Schwester. Wie die Figuren aufeinander reagieren, trägt die Serie von der ersten bis zur letzten Folge.
Ton / Themen / Produktion
Das Setting ist herrlich seltsam. Die Serie springt zwischen Isekai mit Magie und Sci-Fi mit Kämpfen in der Luft und Raumschiffen, und trotzdem wirkt es nie beliebig. Gerade dieser Mix macht die Welt so eigen. Die Geschlechterrollen werden umgedreht, und das Otome-Genre nimmt sich dabei selbst auf die Schippe.
Persönlicher Eindruck & Bewertung
Ich fand die Serie außergewöhnlich witzig. Das seltsame Setting, Leons Verhalten und das Chaos zwischen den Figuren haben mich beide Staffeln lang bestens unterhalten. Wer Isekai mit Humor mag und nichts gegen einen Schuss Sci-Fi hat, ist hier goldrichtig.
9 von 10 Punkten.
Silvio 17.10.2026, 13.25 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Manchmal läuft eine Romcom so entspannt vor sich hin, dass man gar nicht merkt, wie tief sie einen eigentlich abholt. Bei „You and I Are Polar Opposites" war das schon in Staffel 1 so, und Staffel 2 legt noch eine Schippe drauf.
Meine Rezension zu Staffel 1 findest du hier.
You and I Are Polar Opposites – Staffel 2
Originaltitel: Seihantai na Kimi to Boku
Japan / 2026
13 Episoden
Genre: Romantische Komödie, Slice of Life
Studio: Lapin Track (Staffel 1)
Streaming: Crunchyroll
Zur Story
Wir sind wieder bei Suzuki und Tani, zwei Oberschülern, die kaum gegensätzlicher sein könnten: sie lebhaft und modebewusst, er ruhig und zurückhaltend. Staffel 2 setzt dort an, wo die erste aufgehört hat, und nimmt sich Zeit für das, was zwischen den beiden gewachsen ist.
Charaktere & Chemie
Die leise, organische Chemie der ersten Staffel trägt auch hier. Es sind die kleinen Momente, die zählen: ein Blick, eine Pause, ein Satz, der nicht ganz ausgesprochen wird.
Ton / Themen / Produktion
Und genau hier geht es für mich doch deeper als bei den normalen Schulromcoms. Die Serie bleibt leicht und witzig, aber sie traut sich, auch ernstere Töne anzuschlagen, und das gibt ihr Substanz. Staffel 2 läuft seit Juli 2026 mit 13 Episoden auf Crunchyroll und soll laut Berichten die letzte Staffel sein.
Persönlicher Eindruck & Bewertung
Für mich ist das mehr als nur nett. Die Serie hat Herz und Tiefe, und das spürt man. Dass Staffel 2 nun tatsächlich die letzte ist, macht den Abschied bittersüß: Ich hätte gern noch mehr Zeit mit Suzuki und Tani verbracht.
10 von 10 Punkten
Wer Romcom mag, aber gern ein bisschen mehr unter der Oberfläche sucht, ist hier goldrichtig.
Silvio 10.10.2026, 14.18 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Es ist einige Zeit vergangen, seit „A Shop for Killers" mich in der ersten Staffel atemlos zurückgelassen hat. Damals habe ich geschrieben, dass die acht Episoden viel zu kurz waren und ich unbedingt mehr will. Jetzt ist Staffel 2 da, und sie hat mich nicht enttäuscht.
Meine Rezension zu Staffel 1 findest du hier.
A Shop for Killers – Staffel 2
Südkorea / 2026 / 8 Episoden
Genre: Action, Thriller, Mystery
Streaming: Disney+
Cast
Lee Dong Wook als Jeong Jinman
Kim Hye Jun als Jeong Jian
Jo Han Sun als Veil
Geum Hae Na als Minhye
Lee Tae Young als Brother
Kim Min als Pasin
Hyunri als Q
Masaki Okada als J
Jung Yun Ha als Kusanagi
Zur Story
Die Geschichte von Jian und ihrem Onkel Jinman geht weiter, und diesmal bleibt es nicht bei dem, was die erste Staffel aufgebaut hat. Der Gegenspieler Veil ist zurück, die Bedrohung ist größer, und mit neuen Figuren aus Japan wird das Universum der Serie spürbar erweitert. Mehr verrate ich nicht, denn die Serie lebt davon, dass man nie ganz sicher ist, wer gerade auf wessen Seite steht.
Charaktere & Chemie
Hier hat Lee Dong Wook seinen großen Auftritt. In Staffel 1 glänzt er vor allem durch Abwesenheit. Jetzt zeigt er, dass er nicht nur Romcom kann, sondern auch richtig Action und Blut. Die Kämpfe sind hart, und man nimmt ihm jede Sekunde ab. Kim Hye Jun ist sichtbar älter geworden, und das passt hervorragend zu ihrer Rolle. Jian ist nicht mehr das Mädchen vom Anfang, und man sieht ihr diese Zeit an. Starke schauspielerische Leistungen auf beiden Seiten.
Ton / Themen / Produktion
Die Action ist krass und deutlich größer inszeniert. Wer Staffel 1 mochte, bekommt hier mehr von allem. Und auch wenn man es zuerst nicht denkt: Beide Staffeln gehören zusammen und erzählen eine einzige Geschichte, die in Staffel 2 endlich ihr Ende findet. Wer Staffel 1 noch nicht gesehen hat, sollte unbedingt dort anfangen.
Persönlicher Eindruck & Bewertung
Für mich ist das ganz großes Kino. Die Geschichte wird rund abgeschlossen, die Action ist erstklassig, und die Darsteller liefern Spitzenleistungen. Genau das, was ich mir nach Staffel 1 gewünscht habe.
10 von 10 Punkten, und damit noch eine volle Wertung.
Wer harte Action, Rache und eine Geschichte mag, die ihr Ziel nicht aus den Augen verliert, ist hier goldrichtig. Aber Achtung: nicht für schwache Nerven.
Silvio 10.10.2026, 14.08 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Manchmal muss man gar nicht groß in die Trickkiste greifen, um ein Drama zum absoluten Pageturner zu machen – ein Vater und seine Tochter reichen völlig aus. Vor allem, wenn dieser Vater früher mal einer der gefährlichsten Agenten überhaupt war und jetzt notgedrungen wieder in alte Gewohnheiten zurückfällt.
Agent Kim Reactivated / Südkorea 2026 / 10 Episoden / Action-Thriller, Revenge, Comedy / SBS TV & Netflix
Cast:
So Ji Sub als Kim Bu-Jang (Mr. Kim)
Choi Dae Hoon als Seong Han Soo
Yoon Kyung Ho als Park Jin Cheol
Joo Sang Wook als Ju Gang Chan
Son Na Eun als Jung Sang A
Seo Su Min als Kim Min Ji
Zur Story
Mr. Kim ist ein unscheinbarer Angestellter einer kleinen Sparkasse, alleinerziehender Vater, auf den im Büro keiner zweimal schaut. Was niemand ahnt: Er war einst ein Top-Agent mit einer tödlichen Vergangenheit. Als seine Tochter entführt wird und ihr Leben in akuter Gefahr schwebt, holt er genau diese Vergangenheit zurück – mit allem, was sie an Fähigkeiten und alten Weggefährten mit sich bringt.
Charaktere & Chemie
So Ji Sub trägt die Serie als Mr. Kim mit genau der Mischung, die seine Karriere seit Jahren prägt – gealtert, aber keineswegs verbraucht, und genau deshalb so glaubwürdig als Mann, der plötzlich wieder zur Waffe wird. An seiner Seite sorgen Choi Dae Hoon als Seong Han Soo und Yoon Kyung Ho als Park Jin Cheol für das nötige Gegengewicht – zwei alte Gefährten aus vergangenen Tagen, die der Geschichte trotz aller Düsternis immer wieder Luft zum Atmen geben.
Ton / Themen / Produktion
Basierend auf dem gleichnamigen Webtoon von Toy und Jung Jong Taek, inszeniert von Lee Seung Young (Wonderful World, Tracer) und geschrieben von Nam Dae Joong (Love Reset, Homme Fatale, The Last Ride). Das Drama balanciert bewusst zwischen knallharter Action und unerwarteten komischen Momenten, ohne dass sich das widersprüchlich anfühlt.
Persönlicher Eindruck & Bewertung
Agent Kim Reactivated ist wie gemacht für So Ji Sub – einer dieser well aged men, die zum Glück immer noch im Geschäft sind, weil sich das K-Drama in dieser Hinsicht doch sehr verändert hat. Die Story ist dermaßen packend, und selbst wenn man manchmal denkt "oh, jetzt passiert das und das" – kommt es dann doch ganz anders. Was ist ein Vater, der früher ein absoluter Top-Agent war, bereit zu tun, wenn seine Tochter entführt und sogar getötet werden soll? Dass Mr. Kim da rot sieht, ist nur normal.
Ich fand es ziemlich blutig, und einige der koreanischen Obrigkeiten waren einfach nur Bratpfannen hoch drei – aber obwohl das Ganze oft todernst war, empfand ich es trotzdem als lustig und unterhaltsam. Dafür haben vor allem Choi Dae Hoon als Seong Han Soo und Yoon Kyung Ho als Park Jin Cheol gesorgt, die beiden Gefährten aus alten Tagen von Agent Kim.
9 von 10 Punkten.
Silvio 01.10.2026, 10.21 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Kill Blue
Japan / 2026 / 12 Episoden
Genre: Action / Comedy / Schoolife
Studio: Cue / Regie: Yasunori Ide
Vorlage: Manga von Tadatoshi Fujimaki (Kurokos Basketball), 13 Bände
Streaming: Crunchyroll (komplett) / Viki (läuft an, dort noch nicht vollständig)
Es gibt Anime, bei denen man nach der Inhaltsangabe erstmal kurz blinzelt und denkt: Wie bitte? Das hier ist so einer. Und genau deshalb hab ich reingeschaut.
Zur Story Juzo Ogami ist 39, Profikiller und die beste Waffe eines Syndikats namens Z.O.O. Bei einem Auftrag gegen einen Pharmakonzern wird er von einer manipulierten Wespe gestochen – und wacht im Körper seines 13-jährigen Ichs wieder auf. Mit Mittelschüler-Statur lässt sich schlecht killen, also bekommt er von seinem Boss einen Ersatzauftrag: Geh auf die Schule, auf die dessen Tochter will, und prüf, ob die sicher ist. Nur hat Ogami nie eine Schule von innen gesehen. Und stellt zu seiner eigenen Überraschung fest: Schule ist großartig.
Ton / Themen / Produktion Der Witz der Serie ist die Doppelbelastung, und der funktioniert, weil beide Hälften ernst genommen werden. Der Auftragskiller-Teil ist echte Action, mit Gegner-Organisationen, Rängen und Duellen. Der Schulteil ist echtes Schulleben – Klassenarbeiten, Hauswirtschaftsclub, Kulturfestival, Sportfest. Und Ogami stürmt in beides mit derselben Ernsthaftigkeit, weil ein 39-Jähriger, der nie Kind sein durfte, eine Zwischenprüfung genauso wichtig nimmt wie einen Auftrag.
Was die Serie richtig macht: Schule ist hier keine Kulisse für den Gag, sondern der eigentliche Inhalt. Der Campus ist voller Leute mit Doppelleben, die Clubs haben Gewicht, und mehr als eine Figur im Klassenzimmer hat einen Job, über den man nicht redet. Das dreht das übliche Schulanime-Setting so weit, dass es wieder frisch wirkt – ohne dass es nur Parodie wäre.
Fujimaki, der vorher Kurokos Basketball gezeichnet hat, merkt man das Gespür für Turniere und Kräftemessen deutlich an. Die Umsetzung von Studio Cue ist sauber und hat vor allem im Timing der Gags Tempo – kein Prestige-Look, aber es sitzt.
Persönlicher Eindruck & Bewertung Ein bisschen weird ist das Ganze schon, aber verdammt cool gemacht. Die Mischung aus Killer-Action und Schulalltag hätte in zehn von zehn Fällen auseinanderfallen können, und hier passt es. Dass die zweite Staffel schon bestätigt ist, ist die beste Nachricht an der Sache – ein Termin fehlt noch, und ich hoffe sehr, dass es nicht ewig dauert.
9,5 von 10 Punkten. Der halbe Punkt fehlt aus einem einzigen Grund: weil ich jetzt auf Staffel 2 warten muss.
Silvio 12.09.2026, 11.55 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Manchmal reicht ein Abend mit den richtigen Leuten, und schon ist aus einem alten Drama wieder ein Ereignis geworden. Genau so ging es uns in der Kultwatchparty mit diesem hier – ein Titel, der seit 2010 in jeder „Das musst du gesehen haben"-Liste steht, und der beim gemeinsamen Schauen sofort klarmacht, warum.
My Girlfriend Is a Gumiho
Südkorea / 2010 / SBS
16 Episoden / ca. 70 Minuten
Genre: Romantic Comedy / Fantasy / Supernatural
Drehbuch: Hong Jung Eun & Hong Mi Ran (die Hong-Schwestern) / Regie: Boo Sung Chul
Streaming: Viki / Netflix
Cast Shin Min Ah als Gu Mi Ho Lee Seung Gi als Cha Dae Woong No Min Woo als Park Dong Joo Park Soo Jin als Eun Hye In Byun Hee Bong als Großvater Cha Poong Yoon Yoo Sun als Tante Cha Min Sook
Zur Story Cha Dae Woong ist Student, träumt von der großen Actionfilm-Karriere und hat vor allem ein Talent: sich in Schwierigkeiten zu bringen. Auf der Flucht vor seinem Großvater landet er in einem Bergtempel – und befreit dort aus Versehen einen Gumiho, einen neunschwänzigen Fuchsgeist, der 500 Jahre lang in einem Wandbild gefangen war. Die Dame ist außerordentlich hübsch, außerordentlich direkt und hat nur einen Wunsch: endlich ein Mensch werden. Und Dae Woong ist der Mann, der ihr dabei helfen soll. Ob er will oder nicht.
Charaktere & Chemie Shin Min Ah ist hier einfach der Wahnsinn. Sie spielt ein 500 Jahre altes Fabelwesen wie ein staunendes Kind – alles ist neu, alles ist spannend, alles wird sofort und ohne Umweg gesagt. Kein Filter, keine Taktik, keine gespielte Zurückhaltung. Das hätte leicht albern werden können, aber sie macht daraus eine Figur, in die man sich innerhalb von zwei Folgen verliebt. Und Lee Seung Gi hält perfekt dagegen: Dae Woong ist der Typ, der ständig behauptet, er wolle das alles nicht, während sein Gesicht längst etwas anderes erzählt. Die beiden funktionieren, weil keiner den anderen an die Wand spielt.
Dazu No Min Woo als geheimnisvoller Gegenpol, der dem Ganzen die ernste, melancholische Ebene gibt, und eine Familie um Dae Woong herum, die für die bodenständige Komik sorgt.
Ton / Themen / Produktion Das ist die Hong-Schwestern-Handschrift in Reinform: ein modernes Märchen, das koreanische Mythologie und Aberglauben ganz selbstverständlich mitten in den Alltag setzt. Der Gumiho ist in Korea traditionell eine düstere Gestalt – eine Fuchsdämonin, die Männern die Leber raubt. Genau damit spielt die Serie: Der Aberglaube ist da, die Angst der Leute ist da, aber im Zentrum steht ein Wesen, das einfach nur Rindfleisch liebt und dazugehören will. Diese Umdrehung ist der eigentliche Trick der Serie.
Und dann kippt der Ton im letzten Drittel. Was als leichte Rom-Com beginnt, wird plötzlich ernst, und das Märchen zeigt seine Zähne. Es ist 2010 – die Effekte sind nicht das Argument, das Schwanz-CGI sieht heute aus wie 2010. Muss es auch nicht. Der Zauber liegt woanders.
Persönlicher Eindruck & Bewertung Das war echter Kult. Nach über fünfzehn Jahren funktioniert das Ding immer noch, und in der Watchparty gleich doppelt – weil man gemeinsam lacht, gemeinsam mitfiebert und gemeinsam am Ende still wird. Shin Min Ah trägt die Serie auf ihren neun Schwänzen, und ich verstehe bis heute, warum diese Rolle sie zum Star gemacht hat. Ein modernes Märchen mit viel koreanischem Aberglauben, verpackt in eine Rom-Com, die sich nie zu ernst nimmt – bis sie es dann doch tut.
10 von 10 Punkten. Es gibt Serien, an denen man nichts ändern will, weil jede Änderung etwas kaputt machen würde. Das hier ist so eine.
Silvio 12.09.2026, 11.45 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Manchmal ist ein Anime wie ein Überraschungsei: Man erwartet die eine Geschichte und bekommt gleich zwei geschenkt. Genau so ging es mir mit Alma-chan Wants to Be a Family! – niedlich bis zum Anschlag, und trotzdem mit mehr Tiefgang, als der süße Look zunächst vermuten lässt.
Alma-chan Wants to Be a Family!
Japan / 2025
11 Episoden
Genre: Comedy / Sci-Fi / Slice of Life
Streaming: Crunchyroll
Enji Kamisato und Suzume Yobane sind zwei geniale, aber ziemlich chaotische Wissenschaftler, die gemeinsam die hochentwickelte Androidin Alma erschaffen. Für Alma ist die Sache klar: Ihre beiden Erschafferinnen sind ihre Eltern – und weil das offiziell auch so sein soll, trägt sie die beiden kurzerhand ins Familienregister ein. Von da an müssen Enji und Suzume notgedrungen als Familie zusammenleben, während Alma lernt, was es heißt, ein echtes Kind zu sein.
Der eigentliche Clou ist die Doppelstruktur: Auf der einen Seite Alma, die mit großer Ernsthaftigkeit versucht, ein "echtes" Mädchen zu sein – Freundschaften schließen, zur Schule gehen, Gefühle verstehen. Auf der anderen Seite die verkappte RomCom zwischen ihren beiden "Eltern", die eigentlich nur widerwillig zusammenleben, aber Schritt für Schritt echte Gefühle füreinander entwickeln – tatkräftig unterstützt (und befeuert) von Alma selbst, die ihre Eltern ziemlich unverblümt verkuppeln will. Dazu kommen sympathische Nebenfiguren wie die zweite Roboter-"Schwester" Makina, die selbstbewusste Neon oder Almas Schulfreundin Hana, die dem Ganzen zusätzlich Wärme geben.
Studio Flad inszeniert das als leichte, warmherzige Comedy mit waschechtem Zuckerguss-Charme, ohne dabei die Sci-Fi-Prämisse zu vernachlässigen. Die Balance zwischen albernen Alltagsepisoden und den leiseren, anrührenden Momenten – etwa wenn es um Almas Sehnsucht nach echter Familie geht – ist bemerkenswert gut getroffen.
Für mich war das reinstes Überraschungsei-Feeling: einerseits Alma, die kleine Roboter-Tochter, die lernt ein echtes Kind zu sein, andererseits ihre beiden "Eltern", die sie unbeirrt zusammenzubringen versucht – einfach nur Zucker pur. Wie so oft bei mir gibts dafür eine 9,5 von 10, mit dem einzigen Haken: Eine offizielle Staffel 2 ist bisher nicht angekündigt. Immerhin läuft die Fortsetzungs-Manga "Alma-chan wa Kazoku ni Naritai Z" bereits weiter – Stoff für mehr wäre also da. Jetzt heißt es warten und hoffen.
Silvio 30.08.2026, 10.51 | (0/0) Kommentare | TB | PL