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Bad Buddy

Es gibt BL-Serien, die einfach nur unterhalten wollen – und dann gibt es Serien wie Bad Buddy, die das Genre neu definieren und zeigen, was möglich ist, wenn man alle vertrauten Tropes über Bord wirft und stattdessen echte Menschen, echte Gefühle und eine Geschichte erzählt, die berührt. Eine moderne Romeo-und-Romeo-Version, die beweist, dass selbst die älteste Storyline der Welt frisch und mitreißend sein kann, wenn die Umsetzung stimmt.

Bad Buddy

Land / Jahr: Thailand, 2021-2022

Episoden: 12 Episoden

Genre: BL, Romance, Comedy, Drama, Youth

Plattform: International auf Rakuten Viki streambar (sowohl im Abo als auch kostenlos mit Werbung), WeTV.

Cast:

Nanon Korapat Kirdpan als Pran Parakul Siridechawat

Ohm Pawat Chittsawangdee als Pat Napat Jindapat

Pattranite Limpatiyakorn als Pa

Pansa Vosbein als Ink

Jitaraphol Potiwihok als Wai

Sattabut Laedeke als Korn

Spoilerfreie Story

Seit sie denken können, sind die Familien von Pran und Pat verfeindet. Ihre Väter – beide Besitzer konkurrierender Baumaterialgeschäfte direkt nebeneinander – versuchen sich gegenseitig zu übertrumpfen, wo es nur geht. Diese erbitterte Rivalität erstreckte sich natürlich auch auf ihre Söhne: Wer kann zuerst krabbeln, wer kann zuerst laufen, wer sagt zuerst "Mama" und "Papa"? Kein Meilenstein war zu klein, um nicht zum Wettbewerb zu werden.

Pran und Pat wurden erzogen, einander zu hassen – und das hätten sie vermutlich auch getan, wäre da nicht ein schicksalhafter Moment in ihrer Kindheit gewesen. Als Pran Pats kleine Schwester vor einem Unfall rettete, entstand zwischen ihnen eine unerwartete Verbindung. Ihre gemeinsame Liebe zur Musik brachte sie näher zusammen, doch die Familien trennten sie, als diese zarte Freundschaft ans Licht kam. Pran wurde auf eine andere Schule geschickt, und die beiden Jungen verloren sich aus den Augen.

Jahre später treffen sie sich an der Universität wieder – ausgerechnet in verfeindeten Fakultäten. Pat studiert Ingenieurswesen, Pran Architektur, und die Rivalität zwischen diesen beiden Bereichen ist legendär. Ihre Freunde erwarten, dass sie sich bekriegen, die Familie sowieso – aber zwischen Pat und Pran ist da etwas ganz anderes. Etwas, das sich nicht leugnen lässt, egal wie sehr sie es versuchen.

Eine Geschichte über zwei Jungen, die geboren wurden, um einander zu hassen, aber stattdessen lieben. Über Familie und Freundschaft, über den Mut, sich gegen Erwartungen zu stellen, und die Frage: Kann Liebe stärker sein als jahrzehntelanger Familienhass?

Figuren und Chemie

Pran ist der ruhigere, nachdenklichere der beiden – ein talentierter Musiker und Architekturstudent, der gelernt hat, seine Gefühle zu verbergen. Er wirkt oft zurückhaltend, aber hinter dieser Fassade steckt jemand, der tief empfindet und heimlich schon viel länger für Pat schwärmt, als er zugeben möchte.

Pat hingegen ist der charmante Draufgänger, der beliebte Ingenieurstudent mit dem großen Freundeskreis. Er braucht länger, um zu verstehen, was Pran längst weiß – aber wenn er es erst einmal begriffen hat, geht er mit ganzer Kraft voran. Seine Entwicklung von "Ich verstehe diese Gefühle nicht" zu "Ich liebe dich und es ist mir egal, wer das weiß" ist einer der stärksten Punkte der Serie.

Die Chemie zwischen Nanon und Ohm ist außergewöhnlich. Sie spielen mit Blicken, mit kleinsten Gesten, mit dem Unausgesprochenen zwischen den Zeilen – und es fühlt sich so natürlich an, dass man vergisst, dass man eine Serie schaut. Ihre Beziehung entwickelt sich organisch, ohne erzwungene Dramatik, und basiert auf echtem gegenseitigem Respekt, Kommunikation und einer Liebe, die über Jahre gewachsen ist.

Besonders hervorzuheben ist auch das GL-Nebenpaar Ink und Pa, das charmant und ohne große Aufhebens eingeführt wird – ein Statement für Diversität, das sich völlig natürlich in die Geschichte einfügt.

Ton, Themen und Inszenierung

Bad Buddy ist das Paradebeispiel dafür, wie man ein BL-Drama richtig macht. Die Serie vermeidet konsequent alle toxischen Tropes, die das Genre sonst oft plagen: Kein "Ich bin nicht schwul, ich mag nur dich", keine erzwungenen Küsse, keine heteronormativen Rollenzuweisungen, keine internalisierte Homophobie. Stattdessen bekommen wir eine gesunde Beziehung zwischen zwei Männern, die kommunizieren, die sich gegenseitig respektieren, und die zusammen wachsen.

Thematisch dreht sich alles um Erwartungen versus eigene Wünsche, um den Mut, für das einzustehen, was man will, auch wenn die ganze Welt dagegen zu sein scheint. Die Serie schafft es, ernsthaft und bewegend zu sein, ohne jemals schwer zu werden, und die Comedy-Momente sind perfekt platziert.

Musik spielt eine zentrale Rolle – sie hat Pran und Pat als Kinder zusammengebracht, sie auseinandergerissen und bringt sie wieder zusammen. Nanons Gesang ist wunderschön, und der Song "Just Friend?" wird zum emotionalen Herzstück der Serie.

Regisseur Aof Noppharnach Chaiyahwimhon liefert eine visuell wunderschöne Serie mit cleverer Kameraführung, die oft mehr sagt als Worte. Die berühmte Dachszene ist mittlerweile ikonisch in der BL-Welt.

Persönlicher Eindruck & Bewertung

Bad Buddy ist für mich eines der besseren Boys Love Dramen – eigentlich: eines der besten. Die moderne Romeo-und-Romeo-Geschichte funktioniert einfach perfekt, weil sie mit so viel Herz, Intelligenz und Respekt für die Charaktere und das Publikum erzählt wird.

Was mich am meisten beeindruckt hat, ist die Tatsache, dass die Serie zeigt, dass man keine toxischen Tropes, keine erzwungene Dramatik und keine Klischees braucht, um eine fesselnde Love Story zu erzählen. Pat und Pran sind einfach zwei Menschen, die sich lieben – und die Art, wie sie zueinander finden, miteinander umgehen und für ihre Beziehung kämpfen, ist so erfrischend authentisch.

Die Chemie zwischen Nanon und Ohm ist phänomenal, die Geschichte ist gut geschrieben, die Nebenfiguren sind liebevoll gezeichnet (endlich mal verständnisvolle Eltern!), und die Serie schafft es, sowohl witzig als auch emotional berührend zu sein. Der Soundtrack ist großartig, die Inszenierung wunderschön, und jede Episode hinterlässt einen mit einem warmen Gefühl im Herzen.

Für die perfekte Balance zwischen Romance, Comedy und Drama, für die außergewöhnlichen Hauptdarsteller, für das Brechen von BL-Stereotypen und für eine Geschichte, die zeigt, dass Liebe am Ende stärker ist als Hass, gibt es von mir überzeugte 9 von 10 Punkten. Eine Serie, die das Genre neu definiert hat und die jeder gesehen haben sollte – egal ob BL-Fan oder nicht.

Silvio 28.02.2026, 11.32

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