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Adachi and Shimamura

Adachi and Shimamura ist ein leiser, emotionaler Yuri-Anime über zwei Mädchen, die vom gemeinsamen Schulschwänzen in der Turnhalle zu einer vorsichtigen, manchmal schmerzhaft ehrlichen ersten Liebe finden. Er erzählt mehr von inneren Unsicherheiten als von großen Gesten und funktioniert dadurch vor allem als ruhige Coming-of-Age-Romanze mit viel Zwischen-den-Zeilen.
Adachi and Shimamura fühlt sich an wie ein stiller Nachmittag in der Schulturnhalle: wenig Spektakel, dafür viel Blickkontakt, Missverständnisse und unausgesprochene Gefühle. Besonders Adachis zurückhaltende, fast verkrampfte Art, ihre Gefühle zu zeigen, macht die Serie gleichzeitig süß, aber stellenweise auch etwas zäh, wenn man schneller emotionale Klarheit erwartet.
Stärker ist der Anime immer dann, wenn er die kleinen Alltagsmomente zwischen den beiden in den Fokus rückt – Tischtennis, zufällige Begegnungen, kleine Eifersüchteleien –, und weniger, wenn Nebenfiguren und schräge Elemente (inklusive mysteriösem, blauhaarigem Mädchen) die Stimmung unnötig zerfasern.
Von mir gibt es eine angenehm warme 8 von 10 Punkten  – als zarte Yuri-Romanze sehr empfehlenswert, solange man Lust auf langsames Erzähltempo und viel inneres Drama mitbringt.

Adachi and Shimamura
Japan, TV-Anime (Erstausstrahlung 2020, bei Crunchyroll seit 2022 gelistet)
Episoden: 12 Episoden
Genre: Drama, Romanze, Yuri / GL-Anime
Basierend auf: Light-Novel von Hitoma Iruma (KADOKAWA)

Spoilerfreie Story
Adachi und Shimamura lernen sich kennen, weil sie beide lieber in der oberen Etage der Turnhalle herumlungern, Tischtennis spielen und den Unterricht schwänzen, statt brav im Klassenraum zu sitzen. Aus dieser Zweckgemeinschaft entsteht langsam eine Freundschaft, die sich immer mehr nach etwas anfühlt, das über „nur Freunde“ hinausgeht – zumindest für Adachi.
Während Shimamura eher der „normale“ Teenager ist, der mit Freunden, Familie und Alltag jongliert, kreisen Adachis Gedanken zunehmend nur um Shimamura: Wie wichtig bin ich ihr? Sind wir einfach nur Freundinnen oder vielleicht doch etwas mehr? Diese Ungewissheit zieht sich durch die ganze Staffel und sorgt für viel leises Herzklopfen, aber auch für Frust, weil beide lange brauchen, um ehrlich zu sich selbst zu sein.

Figuren und Dynamik
Adachi
Adachi ist der Inbegriff der unsicheren Teenager-Crush-Hölle: sozial unbeholfen, schnell überfordert und völlig fixiert auf Shimamura. Ihre Reise ist weniger ein „Coming-Out“ im großen Stil, sondern der mühsame Weg, die eigenen Gefühle überhaupt zu benennen und zu akzeptieren.

Shimamura
Shimamura wirkt nach außen gelassener und angepasster, ist innerlich aber genauso orientierungslos: Was will sie von Adachi, was von ihrem Leben, und wie viel Nähe ist ihr eigentlich recht? Sie schwankt zwischen echter Zuneigung und dem Reflex, lieber Abstand zu halten, wenn es zu intensiv wird – was Adachi natürlich den Boden unter den Füßen wegzieht.

Nebenfiguren
Freundinnen wie Hino und Nagafuji liefern Schulalltag, Humor und eine eigene, leicht queer lesbare Dynamik, ohne die Hauptbeziehung zu überlagern. Das blauhaarige, sehr exzentrische Mädchen Yashiro sorgt für einen fast surrealen Touch, der nicht jeder Stimmungsschwankung der Serie guttut, aber für einen gewissen Eigencharakter sorgt.

Stimmung, Themen und Inszenierung
Adachi and Shimamura ist ein Anime der Zwischentöne: viele inneren Monologe, langsame Kamerafahrten, Details wie Hände, Blicke, kleine Berührungen. Das Tempo ist entsprechend gemächlich – wer auf schnelle Geständnisse und große dramatische Wendungen hofft, muss sich hier mit subtilen Fortschritten zufriedengeben.
Optisch setzt die Serie auf weiche Farben, ruhige Schul- und Alltagskulissen und gelegentlich sehr hübsche, beinahe verträumte Bildkompositionen, die das Gefühl einer flüchtigen, zerbrechlichen ersten Liebe unterstreichen. Thematisch geht es stark um Einsamkeit, das Gefühl, „nicht dazuzugehören“, und die Frage, ob man es wagt, eine wichtige Freundschaft zu riskieren, indem man sie in Liebe verwandelt.

Wo du den Anime schauen kannst
Die 12-teilige Serie Adachi and Shimamura ist mit deutschen Untertiteln auf Crunchyroll verfügbar. Auf der deutschen Crunchyroll-Seite ist sie als Drama- und Romance-Serie gelistet und kann mit verschiedenen Audiospuren (u. a. Japanisch, Englisch) und mehreren Untertitelsprachen gestreamt werden.

Silvio 03.01.2026, 10.43

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