Tag: Serien

Kill Blue
Japan / 2026 / 12 Episoden
Genre: Action / Comedy / Schoolife
Studio: Cue / Regie: Yasunori Ide
Vorlage: Manga von Tadatoshi Fujimaki (Kurokos Basketball), 13 Bände
Streaming: Crunchyroll (komplett) / Viki (läuft an, dort noch nicht vollständig)
Es gibt Anime, bei denen man nach der Inhaltsangabe erstmal kurz blinzelt und denkt: Wie bitte? Das hier ist so einer. Und genau deshalb hab ich reingeschaut.
Zur Story Juzo Ogami ist 39, Profikiller und die beste Waffe eines Syndikats namens Z.O.O. Bei einem Auftrag gegen einen Pharmakonzern wird er von einer manipulierten Wespe gestochen – und wacht im Körper seines 13-jährigen Ichs wieder auf. Mit Mittelschüler-Statur lässt sich schlecht killen, also bekommt er von seinem Boss einen Ersatzauftrag: Geh auf die Schule, auf die dessen Tochter will, und prüf, ob die sicher ist. Nur hat Ogami nie eine Schule von innen gesehen. Und stellt zu seiner eigenen Überraschung fest: Schule ist großartig.
Ton / Themen / Produktion Der Witz der Serie ist die Doppelbelastung, und der funktioniert, weil beide Hälften ernst genommen werden. Der Auftragskiller-Teil ist echte Action, mit Gegner-Organisationen, Rängen und Duellen. Der Schulteil ist echtes Schulleben – Klassenarbeiten, Hauswirtschaftsclub, Kulturfestival, Sportfest. Und Ogami stürmt in beides mit derselben Ernsthaftigkeit, weil ein 39-Jähriger, der nie Kind sein durfte, eine Zwischenprüfung genauso wichtig nimmt wie einen Auftrag.
Was die Serie richtig macht: Schule ist hier keine Kulisse für den Gag, sondern der eigentliche Inhalt. Der Campus ist voller Leute mit Doppelleben, die Clubs haben Gewicht, und mehr als eine Figur im Klassenzimmer hat einen Job, über den man nicht redet. Das dreht das übliche Schulanime-Setting so weit, dass es wieder frisch wirkt – ohne dass es nur Parodie wäre.
Fujimaki, der vorher Kurokos Basketball gezeichnet hat, merkt man das Gespür für Turniere und Kräftemessen deutlich an. Die Umsetzung von Studio Cue ist sauber und hat vor allem im Timing der Gags Tempo – kein Prestige-Look, aber es sitzt.
Persönlicher Eindruck & Bewertung Ein bisschen weird ist das Ganze schon, aber verdammt cool gemacht. Die Mischung aus Killer-Action und Schulalltag hätte in zehn von zehn Fällen auseinanderfallen können, und hier passt es. Dass die zweite Staffel schon bestätigt ist, ist die beste Nachricht an der Sache – ein Termin fehlt noch, und ich hoffe sehr, dass es nicht ewig dauert.
9,5 von 10 Punkten. Der halbe Punkt fehlt aus einem einzigen Grund: weil ich jetzt auf Staffel 2 warten muss.
Silvio 12.09.2026, 11.55 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Manchmal reicht ein Abend mit den richtigen Leuten, und schon ist aus einem alten Drama wieder ein Ereignis geworden. Genau so ging es uns in der Kultwatchparty mit diesem hier – ein Titel, der seit 2010 in jeder „Das musst du gesehen haben"-Liste steht, und der beim gemeinsamen Schauen sofort klarmacht, warum.
My Girlfriend Is a Gumiho
Südkorea / 2010 / SBS
16 Episoden / ca. 70 Minuten
Genre: Romantic Comedy / Fantasy / Supernatural
Drehbuch: Hong Jung Eun & Hong Mi Ran (die Hong-Schwestern) / Regie: Boo Sung Chul
Streaming: Viki / Netflix
Cast Shin Min Ah als Gu Mi Ho Lee Seung Gi als Cha Dae Woong No Min Woo als Park Dong Joo Park Soo Jin als Eun Hye In Byun Hee Bong als Großvater Cha Poong Yoon Yoo Sun als Tante Cha Min Sook
Zur Story Cha Dae Woong ist Student, träumt von der großen Actionfilm-Karriere und hat vor allem ein Talent: sich in Schwierigkeiten zu bringen. Auf der Flucht vor seinem Großvater landet er in einem Bergtempel – und befreit dort aus Versehen einen Gumiho, einen neunschwänzigen Fuchsgeist, der 500 Jahre lang in einem Wandbild gefangen war. Die Dame ist außerordentlich hübsch, außerordentlich direkt und hat nur einen Wunsch: endlich ein Mensch werden. Und Dae Woong ist der Mann, der ihr dabei helfen soll. Ob er will oder nicht.
Charaktere & Chemie Shin Min Ah ist hier einfach der Wahnsinn. Sie spielt ein 500 Jahre altes Fabelwesen wie ein staunendes Kind – alles ist neu, alles ist spannend, alles wird sofort und ohne Umweg gesagt. Kein Filter, keine Taktik, keine gespielte Zurückhaltung. Das hätte leicht albern werden können, aber sie macht daraus eine Figur, in die man sich innerhalb von zwei Folgen verliebt. Und Lee Seung Gi hält perfekt dagegen: Dae Woong ist der Typ, der ständig behauptet, er wolle das alles nicht, während sein Gesicht längst etwas anderes erzählt. Die beiden funktionieren, weil keiner den anderen an die Wand spielt.
Dazu No Min Woo als geheimnisvoller Gegenpol, der dem Ganzen die ernste, melancholische Ebene gibt, und eine Familie um Dae Woong herum, die für die bodenständige Komik sorgt.
Ton / Themen / Produktion Das ist die Hong-Schwestern-Handschrift in Reinform: ein modernes Märchen, das koreanische Mythologie und Aberglauben ganz selbstverständlich mitten in den Alltag setzt. Der Gumiho ist in Korea traditionell eine düstere Gestalt – eine Fuchsdämonin, die Männern die Leber raubt. Genau damit spielt die Serie: Der Aberglaube ist da, die Angst der Leute ist da, aber im Zentrum steht ein Wesen, das einfach nur Rindfleisch liebt und dazugehören will. Diese Umdrehung ist der eigentliche Trick der Serie.
Und dann kippt der Ton im letzten Drittel. Was als leichte Rom-Com beginnt, wird plötzlich ernst, und das Märchen zeigt seine Zähne. Es ist 2010 – die Effekte sind nicht das Argument, das Schwanz-CGI sieht heute aus wie 2010. Muss es auch nicht. Der Zauber liegt woanders.
Persönlicher Eindruck & Bewertung Das war echter Kult. Nach über fünfzehn Jahren funktioniert das Ding immer noch, und in der Watchparty gleich doppelt – weil man gemeinsam lacht, gemeinsam mitfiebert und gemeinsam am Ende still wird. Shin Min Ah trägt die Serie auf ihren neun Schwänzen, und ich verstehe bis heute, warum diese Rolle sie zum Star gemacht hat. Ein modernes Märchen mit viel koreanischem Aberglauben, verpackt in eine Rom-Com, die sich nie zu ernst nimmt – bis sie es dann doch tut.
10 von 10 Punkten. Es gibt Serien, an denen man nichts ändern will, weil jede Änderung etwas kaputt machen würde. Das hier ist so eine.
Silvio 12.09.2026, 11.45 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Manchmal ist ein Anime wie ein Überraschungsei: Man erwartet die eine Geschichte und bekommt gleich zwei geschenkt. Genau so ging es mir mit Alma-chan Wants to Be a Family! – niedlich bis zum Anschlag, und trotzdem mit mehr Tiefgang, als der süße Look zunächst vermuten lässt.
Alma-chan Wants to Be a Family!
Japan / 2025
11 Episoden
Genre: Comedy / Sci-Fi / Slice of Life
Streaming: Crunchyroll
Enji Kamisato und Suzume Yobane sind zwei geniale, aber ziemlich chaotische Wissenschaftler, die gemeinsam die hochentwickelte Androidin Alma erschaffen. Für Alma ist die Sache klar: Ihre beiden Erschafferinnen sind ihre Eltern – und weil das offiziell auch so sein soll, trägt sie die beiden kurzerhand ins Familienregister ein. Von da an müssen Enji und Suzume notgedrungen als Familie zusammenleben, während Alma lernt, was es heißt, ein echtes Kind zu sein.
Der eigentliche Clou ist die Doppelstruktur: Auf der einen Seite Alma, die mit großer Ernsthaftigkeit versucht, ein "echtes" Mädchen zu sein – Freundschaften schließen, zur Schule gehen, Gefühle verstehen. Auf der anderen Seite die verkappte RomCom zwischen ihren beiden "Eltern", die eigentlich nur widerwillig zusammenleben, aber Schritt für Schritt echte Gefühle füreinander entwickeln – tatkräftig unterstützt (und befeuert) von Alma selbst, die ihre Eltern ziemlich unverblümt verkuppeln will. Dazu kommen sympathische Nebenfiguren wie die zweite Roboter-"Schwester" Makina, die selbstbewusste Neon oder Almas Schulfreundin Hana, die dem Ganzen zusätzlich Wärme geben.
Studio Flad inszeniert das als leichte, warmherzige Comedy mit waschechtem Zuckerguss-Charme, ohne dabei die Sci-Fi-Prämisse zu vernachlässigen. Die Balance zwischen albernen Alltagsepisoden und den leiseren, anrührenden Momenten – etwa wenn es um Almas Sehnsucht nach echter Familie geht – ist bemerkenswert gut getroffen.
Für mich war das reinstes Überraschungsei-Feeling: einerseits Alma, die kleine Roboter-Tochter, die lernt ein echtes Kind zu sein, andererseits ihre beiden "Eltern", die sie unbeirrt zusammenzubringen versucht – einfach nur Zucker pur. Wie so oft bei mir gibts dafür eine 9,5 von 10, mit dem einzigen Haken: Eine offizielle Staffel 2 ist bisher nicht angekündigt. Immerhin läuft die Fortsetzungs-Manga "Alma-chan wa Kazoku ni Naritai Z" bereits weiter – Stoff für mehr wäre also da. Jetzt heißt es warten und hoffen.
Silvio 30.08.2026, 10.51 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Manchmal ist es nicht die große Dramatik, die einen Donghua zum Favoriten macht, sondern die leisen Zwischentöne – ein Blick zu viel, ein Satz zu wenig. Genau das macht Lighter & Princess Dress aus, und wer College-Slice-of-Life mit einer ordentlichen Portion Slow Burn mag, ist hier goldrichtig.
Lighter & Princess Dress
China / 2021
13 Episoden
Genre: Slice of Life / Romance / Animation
Streaming: Viki
Zhu Yun, Erstsemester in Informatik, versucht sich möglichst unauffällig durchs Studentenleben zu schlagen – höflich, angepasst, bloß nicht auffallen. Doch Li Xun, ein ebenso begabter wie eigenwilliger Kommilitone, drängt sich immer wieder in ihr Leben. Aus anfänglicher Reibung wird langsam, ganz langsam, etwas anderes.
Die Chemie zwischen Zhu Yun und Li Xun trägt genau diesen typischen Slow-Burn-Charme: kein Insta-Love, sondern ein Näherkommen in kleinen Schritten, das sich über die Episoden hinweg glaubhaft aufbaut. Gerade weil beide erst mal aneinander anecken, fühlt sich die Entwicklung später verdient an.
Optisch bewegt sich der Donghua auf dem gewohnt guten Niveau des Genres – sauber gezeichnet, mit einem Gespür für ruhige Alltagsmomente statt großer Effekthascherei. Die Geschichte basiert auf der gleichnamigen Roman-Vorlage der Autorin Twentine, die auch als Realserie (2022, Youku) mit satten 36 Episoden verfilmt wurde. Der Donghua selbst ist mit seinen 13 Episoden deutlich kompakter angelegt und deckt offenbar nur einen Teil des Stoffs ab – eine offizielle zweite Staffel des Donghua konnte ich nicht finden, weder auf Viki noch anderswo. Wer wissen will, wie die komplette Geschichte inklusive der späteren Handlungsbögen ausgeht, findet das offenbar nur in der Realserie.
Ein moderner Anime im bekannten Donghua-Stil – gut gezeichnet, gute Story, waschechter Slow Burner. Genau mein Ding. Der einzige Wermutstropfen: Am Ende bleibt das Gefühl, dass das noch nicht alles war – die Geschichte wirkt eher angeschnitten als abgeschlossen, was angesichts der viel längeren Realserie zum gleichen Stoff auch Sinn ergibt. Dafür gibts von mir 9 von 10 Punkten – für alles davor hätte es locker mehr gegeben.
Silvio 30.08.2026, 10.41 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Manchmal braucht ein BL kein Café, keine Schuluniform und kein "wird er, wird er nicht" – manchmal reicht eine Straße voller Wut und zwei Zwillinge, die die eigene Identität tauschen. Genau das liefert Not Me, und obwohl der Titel inzwischen ein paar Jahre auf dem Buckel hat, wirkt er erstaunlich frisch.
Not Me
Thailand / 2021–2022
14 Episoden
Genre: Action / Thriller / Mystery / Romance / BL
Streaming: GMMTV YouTube-Kanal (kostenlos mit Untertiteln)
Black und White sind Zwillinge mit einer besonders starken Verbindung – bis die Trennung der Eltern die Familie auseinanderreißt und White mit seinem Vater ins Ausland geht. Fünfzehn Jahre später kehrt er zurück nach Thailand, und ausgerechnet in diesem Moment wird sein Bruder Black brutal zusammengeschlagen und liegt im Koma. White schlüpft in Blacks Rolle, um herauszufinden, was passiert ist – und landet mitten in einer Gang, in politischen Machtspielen und in einer Beziehung, die er so nie geplant hatte.
Gun trägt die Serie fast im Alleingang, weil er Black und White nicht einfach nur "spielt", sondern spürbar unterscheidet – kalt und distanziert der eine, warm und tastend der andere. Daneben sorgt Off als Sean für die emotionale Reibung, die die Beziehung zwischen den beiden trägt. Die Nebenstränge um Yok und Dan (First und Fluke) sowie Gram und Eugene geben der Serie zusätzliche Tiefe und zeigen, dass hier nicht nur ein Paar im Fokus steht.
Was Not Me von der BL-Masse abhebt: Es geht hier nicht in erster Linie um süße Romantik, sondern um Machtmissbrauch, soziale Ungleichheit, politische Unruhen und die Frage, wie weit man für Gerechtigkeit gehen darf. Das ist deutlich düsterer, roher und actionlastiger inszeniert, als man es aus dem Genre gewohnt ist – kaum Slapstick, dafür viel Straße, Wut und echte Konsequenzen. Kamera und Musik tragen diese Atmosphäre spürbar mit.
Für mich war das mal ein richtig anderes BL – politischer, actionreicher, mit einer Besetzung, die von vorne bis hinten stimmt. Dass die Serie schon eine Weile auf dem Buckel hat, merkt man ihr kaum an, sie funktioniert auch heute noch wie ein modernes BL. Trotzdem war nicht alles perfekt: An einigen Stellen wurde es mir dann doch zu klischeehaft, gerade wenn die Story die einfacheren Genre-Pfade genommen hat, statt konsequent bei ihrem eigenen, härteren Ton zu bleiben. Unterm Strich bleibt trotzdem eine 9,5 von 10 Punkten – so nah dran an der perfekten Serie, wie es nur wenige BLs schaffen.
Silvio 30.08.2026, 10.14 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Manchmal braucht es keine riesige Weltrettung, keine Superkräfte und keine epischen Schlachten. Manchmal reicht ein Hinterhof, eine Zigarette und zwei Menschen, die eigentlich nicht zusammenpassen. „Smoking Behind the Supermarket with You" ist genau das – und trotzdem einer der charmantesten Anime, die ich seit Langem gesehen habe.
Smoking Behind the Supermarket with You (Mini-Episoden)
Japan / 2026 12 Mini-Episoden / ca. 10–14 Minuten je Folge
Genre: Slice-of-Life / Romance / Comedy
Streaming: Crunchyroll
Zur Story
Sasaki ist 45, überarbeitet und in einer grauen Routine gefangen. Der einzige Lichtblick seines Tages: das Lächeln von Yamada, der freundlichen Kassiererin im Supermarkt um die Ecke. Als er sie eines Abends verpasst, entdeckt er hinter dem Gebäude eine inoffizielle Raucherecke – und begegnet Tayama, einer 24-Jährigen mit Lederjacke und Piercings, die ihn einfach so dazu einlädt, sich zu ihr zu setzen. Was sich aus diesen stillen Abendmomenten entwickelt, erzählt der Anime mit viel Feingefühl. Rauchen als verbindendes Element – das klingt zunächst nach einem Gimmick, entpuppt sich aber als echte Stärke der Serie. Wer glaubt, das reicht nicht für zwölf Episoden, wird angenehm überrascht.
Charaktere & Chemie
Sasaki ist ein Kerl, dem man sofort abnimmt, dass er nie auf die Idee käme, mit jemandem wie Yamada oder Tayama auch nur einen romantischen Gedanken zu verschwenden. Viel zu anständig, viel zu sehr in seiner eigenen Welt. Er macht keine großen Gesten, sagt keine cleveren Dinge – und genau das macht ihn so sympathisch. Man schaut ihm gern zu, wie er langsam aus seiner Schale kommt. Und dann ist da Tayama. 24 Jahre alt, auf den ersten Blick das genaue Gegenteil von ihm. Aber wie sich ihre Sichtweise auf diesen stillen, etwas aus der Zeit gefallenen Mann im Laufe der Serie verändert – das ist das eigentliche Herzstück. Die Chemie zwischen den beiden entsteht nicht durch Drama oder große Wendungen, sondern durch kleine, ehrliche Momente. Einfach nur Zucker, diese beiden. Am Ende wartet übrigens noch ein netter kleiner Plot-Twist – ich sage nur so viel: Sasaki dürfte sich an gewisse Dinge nicht mehr ganz so genau erinnern, wie er es vielleicht sollte.
Ton / Themen / Produktion
Ich bin Nichtraucher – und ich sage das ausdrücklich, weil ich selbst überrascht war, dass mich das Thema null gestört hat. Das liegt daran, dass es hier nie wirklich ums Rauchen geht. Es geht um den Moment danach. Um den Atemzug, den man sich gönnt, wenn sonst niemand schaut. Das ist clever erzählt. Die Animation ist wirklich schön – warm, detailreich, ohne sich aufzudrängen. Genau der richtige Look für eine Geschichte, die von kleinen Momenten lebt. Der Manga von Jinushi läuft übrigens noch, und die Mini-Episoden erzählen einen in sich runden ersten Abschnitt – kein abgeschlossenes Ende, aber genug Entwicklung, um zu befriedigen. Und neugierig genug, um mehr zu wollen.
Persönlicher Eindruck & Bewertung
„Smoking Behind the Supermarket with You" ist ein Anime für Erwachsene – nicht wegen expliziter Inhalte, sondern weil er von erwachsenen Dingen erzählt. Von Routine, von unerwartetem Aufblühen, von zwei Menschen, die auf dem Papier nichts gemeinsam haben und trotzdem genau richtig füreinander zu sein scheinen.
9,5 von 10 Punkten – und der halbe fehlende Punkt? Den schuldet mir Staffel 2.
Silvio 08.08.2026, 10.55 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Es gibt Anime, bei denen man von der ersten Minute an weiß: Das ist kein Kinderkram. MARRIAGETOXIN ist so einer. Der Titel klingt nach Chaos – und hält, was er verspricht. Aber auf eine Art, die mich komplett überrascht hat.
MARRIAGETOXIN
Japan / 2026
13 Episoden
Genre: Action / Comedy / Romance
Streaming: Crunchyroll
Zur Story
In einer Version von Tokio, in der der Untergrund von mächtigen Assassinen-Clans regiert wird, ist Hikaru Gero alles, was man von einem Erben der berüchtigten Gero-Familie erwartet: kühl, tödlich effizient, ein Experte für Gifte. Das Problem? Seine Familie braucht dringend einen Nachfolger. Und Gero selbst ist in Liebesdingen so hilflos wie ein Neuling im Auftragskiller-Geschäft. Die Lösung: Er engagiert Mei Kinosaki – eine charmante, unwiderstehliche Heiratsswindlerin – um ihm eine Braut zu finden.
Klingt nach einem klassischen Romcom-Setup. Ist es auch. Aber mit einem Twist, den ich hier nicht zu weit ausführen will – außer so viel: Was auf den ersten Blick offensichtlich wirkt, ist es garantiert nicht.
Charaktere & Chemie
Gero selbst ist herrlich widersprüchlich: Als Killer absolut in seinem Element, als Mann mit Gefühlen dagegen eine einzige Baustelle. Und genau das macht ihn so sympathisch. Er bekommt durchaus Chancen – verschiedene Bekanntschaften kreuzen seinen Weg, die ihn mehr als ein wenig aus der Ruhe bringen. Und trotzdem saß ich die ganze Zeit da und dachte: Ja aber warum wird eigentlich aus ihm und Mei nichts?
Diese Spannung, dieses unausgesprochene Knistern zwischen den beiden, zieht sich wie ein roter Faden durch alle 13 Episoden. Man wartet. Man hofft. Man schüttelt den Kopf. Und schaut trotzdem weiter – oder gerade deswegen.
Ton / Themen / Produktion
Zu etwa 70 Prozent ein echter Action-Anime mit richtig gut choreografierten Kämpfen, 20 Prozent romantische Spannung und der Rest? Herrlicher Klamauk, der nie billig wirkt. Studio Bones Film liefert dabei durchweg starke Animation – das sieht man jedem Frame an. Der Humor funktioniert, weil er aus den Charakteren heraus entsteht, nicht weil irgendwer Witze erklärt. Genau das ist der Unterschied zu Anime, die man nach zwei Folgen wieder weglegt.
Der Anime richtet sich klar an ein erwachsenes Publikum. Kein Shonen-Schulhof-Feeling, keine aufgesetzte Niedlichkeit – stattdessen eine Geschichte mit echtem Biss und echten Zwischentönen.
Persönlicher Eindruck & Bewertung
MARRIAGETOXIN hat mich gut unterhalten – und das bei allen 13 Folgen am Stück. Die Mischung aus Action, Humor und dieser unterschwelligen Romanze, die nie ganz da ankommt, wo man sie haben will, ist das eigentliche Geheimrezept. Staffel 2 ist bereits für Januar 2027 bestätigt – und ich bin dabei.
9 von 10 Punkten – und die fehlende Punkt? Geht direkt auf das Konto von Hikaru Gero, der einfach immer noch nicht kapiert hat, was vor seiner Nase steht.
Silvio 08.08.2026, 10.38 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Silvio 01.08.2026, 09.28 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Silvio 01.08.2026, 09.19 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Silvio 01.08.2026, 09.02 | (0/0) Kommentare | TB | PL