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Einträge vom: 12.09.2026

Kill Blue

Kill Blue
Japan / 2026 / 12 Episoden
Genre: Action / Comedy / Schoolife
Studio: Cue / Regie: Yasunori Ide
Vorlage: Manga von Tadatoshi Fujimaki (Kurokos Basketball), 13 Bände
Streaming: Crunchyroll (komplett) / Viki (läuft an, dort noch nicht vollständig)

Es gibt Anime, bei denen man nach der Inhaltsangabe erstmal kurz blinzelt und denkt: Wie bitte? Das hier ist so einer. Und genau deshalb hab ich reingeschaut.

Zur Story Juzo Ogami ist 39, Profikiller und die beste Waffe eines Syndikats namens Z.O.O. Bei einem Auftrag gegen einen Pharmakonzern wird er von einer manipulierten Wespe gestochen – und wacht im Körper seines 13-jährigen Ichs wieder auf. Mit Mittelschüler-Statur lässt sich schlecht killen, also bekommt er von seinem Boss einen Ersatzauftrag: Geh auf die Schule, auf die dessen Tochter will, und prüf, ob die sicher ist. Nur hat Ogami nie eine Schule von innen gesehen. Und stellt zu seiner eigenen Überraschung fest: Schule ist großartig.

Ton / Themen / Produktion Der Witz der Serie ist die Doppelbelastung, und der funktioniert, weil beide Hälften ernst genommen werden. Der Auftragskiller-Teil ist echte Action, mit Gegner-Organisationen, Rängen und Duellen. Der Schulteil ist echtes Schulleben – Klassenarbeiten, Hauswirtschaftsclub, Kulturfestival, Sportfest. Und Ogami stürmt in beides mit derselben Ernsthaftigkeit, weil ein 39-Jähriger, der nie Kind sein durfte, eine Zwischenprüfung genauso wichtig nimmt wie einen Auftrag.

Was die Serie richtig macht: Schule ist hier keine Kulisse für den Gag, sondern der eigentliche Inhalt. Der Campus ist voller Leute mit Doppelleben, die Clubs haben Gewicht, und mehr als eine Figur im Klassenzimmer hat einen Job, über den man nicht redet. Das dreht das übliche Schulanime-Setting so weit, dass es wieder frisch wirkt – ohne dass es nur Parodie wäre.

Fujimaki, der vorher Kurokos Basketball gezeichnet hat, merkt man das Gespür für Turniere und Kräftemessen deutlich an. Die Umsetzung von Studio Cue ist sauber und hat vor allem im Timing der Gags Tempo – kein Prestige-Look, aber es sitzt.

Persönlicher Eindruck & Bewertung Ein bisschen weird ist das Ganze schon, aber verdammt cool gemacht. Die Mischung aus Killer-Action und Schulalltag hätte in zehn von zehn Fällen auseinanderfallen können, und hier passt es. Dass die zweite Staffel schon bestätigt ist, ist die beste Nachricht an der Sache – ein Termin fehlt noch, und ich hoffe sehr, dass es nicht ewig dauert.

9,5 von 10 Punkten. Der halbe Punkt fehlt aus einem einzigen Grund: weil ich jetzt auf Staffel 2 warten muss.

Silvio 12.09.2026, 11.55| (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: TV | Tags: TV, Serien, Japan, Anime, crunchyroll,

My Girlfriend Is a Gumiho

Manchmal reicht ein Abend mit den richtigen Leuten, und schon ist aus einem alten Drama wieder ein Ereignis geworden. Genau so ging es uns in der Kultwatchparty mit diesem hier – ein Titel, der seit 2010 in jeder „Das musst du gesehen haben"-Liste steht, und der beim gemeinsamen Schauen sofort klarmacht, warum.

My Girlfriend Is a Gumiho Südkorea / 2010 / SBS
16 Episoden / ca. 70 Minuten
Genre: Romantic Comedy / Fantasy / Supernatural
Drehbuch: Hong Jung Eun & Hong Mi Ran (die Hong-Schwestern) / Regie: Boo Sung Chul
Streaming: Viki / Netflix

Cast Shin Min Ah als Gu Mi Ho Lee Seung Gi als Cha Dae Woong No Min Woo als Park Dong Joo Park Soo Jin als Eun Hye In Byun Hee Bong als Großvater Cha Poong Yoon Yoo Sun als Tante Cha Min Sook

Zur Story Cha Dae Woong ist Student, träumt von der großen Actionfilm-Karriere und hat vor allem ein Talent: sich in Schwierigkeiten zu bringen. Auf der Flucht vor seinem Großvater landet er in einem Bergtempel – und befreit dort aus Versehen einen Gumiho, einen neunschwänzigen Fuchsgeist, der 500 Jahre lang in einem Wandbild gefangen war. Die Dame ist außerordentlich hübsch, außerordentlich direkt und hat nur einen Wunsch: endlich ein Mensch werden. Und Dae Woong ist der Mann, der ihr dabei helfen soll. Ob er will oder nicht.

Charaktere & Chemie Shin Min Ah ist hier einfach der Wahnsinn. Sie spielt ein 500 Jahre altes Fabelwesen wie ein staunendes Kind – alles ist neu, alles ist spannend, alles wird sofort und ohne Umweg gesagt. Kein Filter, keine Taktik, keine gespielte Zurückhaltung. Das hätte leicht albern werden können, aber sie macht daraus eine Figur, in die man sich innerhalb von zwei Folgen verliebt. Und Lee Seung Gi hält perfekt dagegen: Dae Woong ist der Typ, der ständig behauptet, er wolle das alles nicht, während sein Gesicht längst etwas anderes erzählt. Die beiden funktionieren, weil keiner den anderen an die Wand spielt.

Dazu No Min Woo als geheimnisvoller Gegenpol, der dem Ganzen die ernste, melancholische Ebene gibt, und eine Familie um Dae Woong herum, die für die bodenständige Komik sorgt.

Ton / Themen / Produktion Das ist die Hong-Schwestern-Handschrift in Reinform: ein modernes Märchen, das koreanische Mythologie und Aberglauben ganz selbstverständlich mitten in den Alltag setzt. Der Gumiho ist in Korea traditionell eine düstere Gestalt – eine Fuchsdämonin, die Männern die Leber raubt. Genau damit spielt die Serie: Der Aberglaube ist da, die Angst der Leute ist da, aber im Zentrum steht ein Wesen, das einfach nur Rindfleisch liebt und dazugehören will. Diese Umdrehung ist der eigentliche Trick der Serie.

Und dann kippt der Ton im letzten Drittel. Was als leichte Rom-Com beginnt, wird plötzlich ernst, und das Märchen zeigt seine Zähne. Es ist 2010 – die Effekte sind nicht das Argument, das Schwanz-CGI sieht heute aus wie 2010. Muss es auch nicht. Der Zauber liegt woanders.

Persönlicher Eindruck & Bewertung Das war echter Kult. Nach über fünfzehn Jahren funktioniert das Ding immer noch, und in der Watchparty gleich doppelt – weil man gemeinsam lacht, gemeinsam mitfiebert und gemeinsam am Ende still wird. Shin Min Ah trägt die Serie auf ihren neun Schwänzen, und ich verstehe bis heute, warum diese Rolle sie zum Star gemacht hat. Ein modernes Märchen mit viel koreanischem Aberglauben, verpackt in eine Rom-Com, die sich nie zu ernst nimmt – bis sie es dann doch tut.

10 von 10 Punkten. Es gibt Serien, an denen man nichts ändern will, weil jede Änderung etwas kaputt machen würde. Das hier ist so eine.

Silvio 12.09.2026, 11.45| (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: TV | Tags: TV, Serien, Korea, viki,