
Mit hungrigem Magen sollte man diese Sendung besser nicht einschalten – das steht fest. Was MBN hier auf die Beine gestellt hat, ist Koreas erste große Backerei-Survival-Show, und sie macht von der ersten Minute an klar, dass sie es absolut ernst meint. Der K-Food-Boom hat längst auch die Backkultur erfasst, und „Bake Your Dream" feiert das auf spektakuläre Weise.
Bake Your Dream
Land / Jahr: Korea, 2026
Genre: Koreanisch, Variety Show, Survival,
Foodie
Plattform: International auf Rakuten Viki streambar.
Host & Jury:
Lee Da Hee – Moderatorin
Kwon Seong Jun – Juror (Gewinner von Culinary Class Wars Staffel 1, Chef des Napoli Mafia)
Noh Hee Young – Juror
Mimi (Oh My Girl) – Jurorin
Lee Hye Sung – Juror
Worum geht es?
72 Bäcker und Konditoren aus aller Welt treten gegeneinander an, um den Titel des weltbesten Bäckers zu erringen. Das Teilnehmerfeld ist bewusst bunt gemischt: Koreanische Meisterbäcker mit legendärem Ruf stehen neben weltklasse Patisseuren aus Europa, innovativen Bäckern mit eigenwilligen Rezepten und sogar prominenten Hobby-Bäckern. Die Kandidaten sind in sechs Kategorien eingeteilt – von Weltmeisterschaftsteilnehmern über angesagte Backerei-Betreiber bis hin zu geheimen Talenten und Newcomern. Auf dem Spiel stehen neben dem Prestige ein Preisgeld von 100.000 Dollar, ein Elektro-SUV und vor allem die Chance, eine eigene Backmarke aufzubauen. Gedreht wird auf einem 3.300 Quadratmeter großen Set mit 300 Spezialgeräten aus 32 Kategorien – allein die Kulisse macht deutlich, dass hier keine halben Sachen gemacht werden.
Format und Atmosphäre
Statt klassischer Eliminationsrunden setzt die Show auf ein eigenes Survival-Format, das die Spannung über die Episoden hinweg gezielt aufbaut. Moderatorin Lee Da Hee führt charmant durch das Geschehen, und die Jury-Besetzung ist ein echter Gewinn: Kwon Seong Jun, selbst einst Teilnehmer einer Survival-Show und nun auf dem anderen Stuhl, bringt eine sympathische Bodenständigkeit mit – sein Kommentar „Früher war ich der Kandidat, jetzt bin ich der Juror" ist einer der berührendsten Momente der Auftaktepisode. Die Vielfalt der Backkulturen sorgt dafür, dass jede Runde frisch wirkt: Koreanische Kreativität trifft auf französische Präzision, japanische Sorgfalt und amerikanische Kühnheit – und das auf ein und derselben Bühne.
Persönlicher Eindruck & Bewertung
Eine wirklich appetitanregende Sendung in jeder Hinsicht. Die Leckereien, die hier gezaubert werden, sind schlicht zum Reinbeißen – nüchtern einschalten ist streng verboten. Besonders schön ist, wie ernsthaft die Backkunst zelebriert wird, ohne dass die Unterhaltung dabei zu kurz kommt. Ein kleiner Wermutstropfen betrifft die Untertitel auf Viki: Das koreanische Wort „Bang" wird konsequent als „Brot" übersetzt – dabei steht es im Koreanischen eigentlich für alle Backwaren, von Brötchen über Croissants bis hin zu Kuchen. Da die Show live ausgestrahlt wird und unklar ist, ob die Subs bereits gründlich bearbeitet wurden, ist das aber verständlich und eher eine Kleinigkeit. Insgesamt eine starke, bildschirmfüllende Backshow mit internationalem Anspruch, die zeigt, dass K-Bread genauso zukunftsfähig ist wie K-Pop.
Silvio 18.04.2026, 09.27| (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: TV | TV, Serien, Korea, viki,

Es scheint ein echter neuer Trend im Anime-Bereich zu sein: Foodie-Isekai, bei denen das Verspeisen von Monsterfleisch im Mittelpunkt steht. Und „Pass the Monster Meat, Milady!" ist wohl das charmanteste Exemplar dieser Welle – weil es nicht nur ein Foodie-Anime ist, sondern gleichzeitig eine wirklich herzerwärmende Romanze erzählt, die einen von Anfang bis Ende mitreißt.
Pass the Monster Meat, Milady!
Land / Jahr: Japan, 2025
Episoden: 12 Episoden
Genre: Anime, Fantasy, Romance, Comedy
Plattform: International auf Crunchyroll streambar.
Spoilerfreie Story
Melphiera Marchalrayd, Tochter eines Grafen, hat ein kleines Problem: Ihr größtes Leidenschaft ist das Verspeisen von Monstern – eine Vorliebe, die ihr in der feinen Gesellschaft den wenig schmeichelhaften Spitznamen „Gräfin Ekelfraß" eingebracht hat. Als sie bei einem Adelstreffen, bei dem sie eigentlich einen passenden Ehemann finden soll, von einem Monster angegriffen wird, eilt ihr Aristide von Galbraith zur Hilfe – ein mächtiger Herzog, dem der Ruf des „Blutrünstiger Herzog" vorauseilt. Statt Melphieras ungewöhnliche Leidenschaft zu verurteilen, zeigt Aristide echtes Interesse daran – und an ihr. Was als zufällige Begegnung beginnt, entwickelt sich zu einer ebenso ungewöhnlichen wie zauberhaften Liebesgeschichte, in der gemeinsame Mahlzeiten langsam Herzen öffnen.
Figuren und Chemie
Melphiera ist eine erfrischend eigenständige Protagonistin: Sie lässt sich von den Vorurteilen der Gesellschaft nicht beirren, folgt ihrer Leidenschaft mit vollem Herzen und besitzt dabei eine natürliche Herzlichkeit, die sie sofort sympathisch macht. Aristide hingegen ist das klassische „gefährlich wirkender Mann mit goldenem Kern"-Konzept – nach außen kühl und unnahbar, innerlich aber neugierig, aufmerksam und zunehmend hingerissen von Melphieras Unkonventionalität. Die Chemie zwischen den beiden funktioniert wunderbar, weil die Romanze sich organisch über die gemeinsam erlebten Abenteuer und geteilten Mahlzeiten entfaltet – kein erzwungenes Drama, sondern echtes gegenseitiges Kennenlernen.
Ton, Themen und Inszenierung
Die Serie bedient bewusst leichte Kost: Das Worldbuilding bleibt überschaubar, die Handlung folgt einem angenehm episodischen Rhythmus und der Fokus liegt klar auf dem Zusammenspiel der Hauptfiguren sowie den kulinarischen Eskapaden. Die Zeichnungen von Asahi Production sind schön anzusehen – warm, detailverliebt bei den Essensszenen und mit ausdrucksstarken Charakterdesigns. Thematisch greift die Serie das interessante Motiv auf, dass echte Verbindungen dort entstehen, wo man die Konventionen der Gesellschaft hinter sich lässt. Das Monster-als-Delikatesse-Konzept ist dabei zugleich Alleinstellungsmerkmal und roter Faden, der Romantik und Fantasy-Abenteuer miteinander verknüpft. Wer tiefgründiges Storytelling erwartet, wird hier nicht fündig – wer aber entspanntes, charmantes Anime-Feel-Good-Fernsehen mit einer schönen Liebesgeschichte und leckerem Fantasy-Food sucht, liegt goldrichtig.
Persönlicher Eindruck & Bewertung
Genau das Richtige, wenn man sich nach einem angenehmen, sorgenfreien Anime-Abend sehnt. Die Kombination aus dem ungewöhnlichen Monster-Foodie-Konzept und der warmherzigen Romanze macht „Pass the Monster Meat, Milady!" zu einem der unterhaltsamsten Vertreter des wachsenden Foodie-Isekai-Trends – mit dem entscheidenden Plus, dass die Liebesgeschichte zwischen Melphiera und Aristide wirklich Spaß macht und das Ende rundum zufriedenstellend ist. Schön gezeichnet, toll erzählt, romantisch ohne kitschig zu sein. Von mir eine klare Empfehlung und 9 von 10 Punkten.
Silvio 18.04.2026, 09.06| (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: TV | TV, Serien, Japan, Anime, crunchyroll,