
Mit hungrigem Magen sollte man diese Sendung besser nicht einschalten – das steht fest. Was MBN hier auf die Beine gestellt hat, ist Koreas erste große Backerei-Survival-Show, und sie macht von der ersten Minute an klar, dass sie es absolut ernst meint. Der K-Food-Boom hat längst auch die Backkultur erfasst, und „Bake Your Dream" feiert das auf spektakuläre Weise.
Bake Your Dream
Land / Jahr: Korea, 2026
Genre: Koreanisch, Variety Show, Survival,
Foodie
Plattform: International auf Rakuten Viki streambar.
Host & Jury:
Lee Da Hee – Moderatorin
Kwon Seong Jun – Juror (Gewinner von Culinary Class Wars Staffel 1, Chef des Napoli Mafia)
Noh Hee Young – Juror
Mimi (Oh My Girl) – Jurorin
Lee Hye Sung – Juror
Worum geht es?
72 Bäcker und Konditoren aus aller Welt treten gegeneinander an, um den Titel des weltbesten Bäckers zu erringen. Das Teilnehmerfeld ist bewusst bunt gemischt: Koreanische Meisterbäcker mit legendärem Ruf stehen neben weltklasse Patisseuren aus Europa, innovativen Bäckern mit eigenwilligen Rezepten und sogar prominenten Hobby-Bäckern. Die Kandidaten sind in sechs Kategorien eingeteilt – von Weltmeisterschaftsteilnehmern über angesagte Backerei-Betreiber bis hin zu geheimen Talenten und Newcomern. Auf dem Spiel stehen neben dem Prestige ein Preisgeld von 100.000 Dollar, ein Elektro-SUV und vor allem die Chance, eine eigene Backmarke aufzubauen. Gedreht wird auf einem 3.300 Quadratmeter großen Set mit 300 Spezialgeräten aus 32 Kategorien – allein die Kulisse macht deutlich, dass hier keine halben Sachen gemacht werden.
Format und Atmosphäre
Statt klassischer Eliminationsrunden setzt die Show auf ein eigenes Survival-Format, das die Spannung über die Episoden hinweg gezielt aufbaut. Moderatorin Lee Da Hee führt charmant durch das Geschehen, und die Jury-Besetzung ist ein echter Gewinn: Kwon Seong Jun, selbst einst Teilnehmer einer Survival-Show und nun auf dem anderen Stuhl, bringt eine sympathische Bodenständigkeit mit – sein Kommentar „Früher war ich der Kandidat, jetzt bin ich der Juror" ist einer der berührendsten Momente der Auftaktepisode. Die Vielfalt der Backkulturen sorgt dafür, dass jede Runde frisch wirkt: Koreanische Kreativität trifft auf französische Präzision, japanische Sorgfalt und amerikanische Kühnheit – und das auf ein und derselben Bühne.
Persönlicher Eindruck & Bewertung
Eine wirklich appetitanregende Sendung in jeder Hinsicht. Die Leckereien, die hier gezaubert werden, sind schlicht zum Reinbeißen – nüchtern einschalten ist streng verboten. Besonders schön ist, wie ernsthaft die Backkunst zelebriert wird, ohne dass die Unterhaltung dabei zu kurz kommt. Ein kleiner Wermutstropfen betrifft die Untertitel auf Viki: Das koreanische Wort „Bang" wird konsequent als „Brot" übersetzt – dabei steht es im Koreanischen eigentlich für alle Backwaren, von Brötchen über Croissants bis hin zu Kuchen. Da die Show live ausgestrahlt wird und unklar ist, ob die Subs bereits gründlich bearbeitet wurden, ist das aber verständlich und eher eine Kleinigkeit. Insgesamt eine starke, bildschirmfüllende Backshow mit internationalem Anspruch, die zeigt, dass K-Bread genauso zukunftsfähig ist wie K-Pop.
Silvio 18.04.2026, 09.27| (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: TV | TV, Serien, Korea, viki,

Es scheint ein echter neuer Trend im Anime-Bereich zu sein: Foodie-Isekai, bei denen das Verspeisen von Monsterfleisch im Mittelpunkt steht. Und „Pass the Monster Meat, Milady!" ist wohl das charmanteste Exemplar dieser Welle – weil es nicht nur ein Foodie-Anime ist, sondern gleichzeitig eine wirklich herzerwärmende Romanze erzählt, die einen von Anfang bis Ende mitreißt.
Pass the Monster Meat, Milady!
Land / Jahr: Japan, 2025
Episoden: 12 Episoden
Genre: Anime, Fantasy, Romance, Comedy
Plattform: International auf Crunchyroll streambar.
Spoilerfreie Story
Melphiera Marchalrayd, Tochter eines Grafen, hat ein kleines Problem: Ihr größtes Leidenschaft ist das Verspeisen von Monstern – eine Vorliebe, die ihr in der feinen Gesellschaft den wenig schmeichelhaften Spitznamen „Gräfin Ekelfraß" eingebracht hat. Als sie bei einem Adelstreffen, bei dem sie eigentlich einen passenden Ehemann finden soll, von einem Monster angegriffen wird, eilt ihr Aristide von Galbraith zur Hilfe – ein mächtiger Herzog, dem der Ruf des „Blutrünstiger Herzog" vorauseilt. Statt Melphieras ungewöhnliche Leidenschaft zu verurteilen, zeigt Aristide echtes Interesse daran – und an ihr. Was als zufällige Begegnung beginnt, entwickelt sich zu einer ebenso ungewöhnlichen wie zauberhaften Liebesgeschichte, in der gemeinsame Mahlzeiten langsam Herzen öffnen.
Figuren und Chemie
Melphiera ist eine erfrischend eigenständige Protagonistin: Sie lässt sich von den Vorurteilen der Gesellschaft nicht beirren, folgt ihrer Leidenschaft mit vollem Herzen und besitzt dabei eine natürliche Herzlichkeit, die sie sofort sympathisch macht. Aristide hingegen ist das klassische „gefährlich wirkender Mann mit goldenem Kern"-Konzept – nach außen kühl und unnahbar, innerlich aber neugierig, aufmerksam und zunehmend hingerissen von Melphieras Unkonventionalität. Die Chemie zwischen den beiden funktioniert wunderbar, weil die Romanze sich organisch über die gemeinsam erlebten Abenteuer und geteilten Mahlzeiten entfaltet – kein erzwungenes Drama, sondern echtes gegenseitiges Kennenlernen.
Ton, Themen und Inszenierung
Die Serie bedient bewusst leichte Kost: Das Worldbuilding bleibt überschaubar, die Handlung folgt einem angenehm episodischen Rhythmus und der Fokus liegt klar auf dem Zusammenspiel der Hauptfiguren sowie den kulinarischen Eskapaden. Die Zeichnungen von Asahi Production sind schön anzusehen – warm, detailverliebt bei den Essensszenen und mit ausdrucksstarken Charakterdesigns. Thematisch greift die Serie das interessante Motiv auf, dass echte Verbindungen dort entstehen, wo man die Konventionen der Gesellschaft hinter sich lässt. Das Monster-als-Delikatesse-Konzept ist dabei zugleich Alleinstellungsmerkmal und roter Faden, der Romantik und Fantasy-Abenteuer miteinander verknüpft. Wer tiefgründiges Storytelling erwartet, wird hier nicht fündig – wer aber entspanntes, charmantes Anime-Feel-Good-Fernsehen mit einer schönen Liebesgeschichte und leckerem Fantasy-Food sucht, liegt goldrichtig.
Persönlicher Eindruck & Bewertung
Genau das Richtige, wenn man sich nach einem angenehmen, sorgenfreien Anime-Abend sehnt. Die Kombination aus dem ungewöhnlichen Monster-Foodie-Konzept und der warmherzigen Romanze macht „Pass the Monster Meat, Milady!" zu einem der unterhaltsamsten Vertreter des wachsenden Foodie-Isekai-Trends – mit dem entscheidenden Plus, dass die Liebesgeschichte zwischen Melphiera und Aristide wirklich Spaß macht und das Ende rundum zufriedenstellend ist. Schön gezeichnet, toll erzählt, romantisch ohne kitschig zu sein. Von mir eine klare Empfehlung und 9 von 10 Punkten.
Silvio 18.04.2026, 09.06| (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: TV | TV, Serien, Japan, Anime, crunchyroll,

Wenn endlich jemand wirklich hinsieht
Manche Romanzen brauchen keine großen Dramen, keine Missverständnisse über zehn Episoden und keinen aufgesetzten Konflikt. Manchmal reicht ein einziger Moment—jemand, der einen wirklich ansieht. In the Clear Moonlit Dusk ist genau diese Art von Geschichte. Ruhig, aufrichtig, und dabei von einer visuellen Schönheit, die man so schnell nicht vergisst.
Titel: In the Clear Moonlit Dusk
Land / Jahr: Japan, 2026
Episodenanzahl: 12 Episoden à ca. 24 Minuten
Genre: Japanisch, Romanze, Schule, Anime
Streaming: Crunchyroll
Zur Story (spoilerfrei) Yoi Takiguchi ist eine Erstklässlerin an der Oberschule—groß, mit tiefer Stimme und einem Gesicht, das die meisten Menschen auf Anhieb für das eines jungen Mannes halten. Seit sie denken kann, nennen ihre Mitschülerinnen sie „Prinz", schwärmen für sie wie für einen Idol-Jungen, und Yoi hat sich irgendwie damit abgefunden. Bis Kohaku Ichimura auftaucht—selbst ein sogenannter „Prinz" der Schule, beliebt, charmant und unberechenbar direkt. Er ist der erste Mensch, der Yoi nicht als coolen Typen betrachtet, sondern als das, was sie wirklich ist: ein wunderschönes Mädchen. Diese unerwartete Begegnung bringt Yois gesamtes Selbstbild ins Wanken—und mit ihm die Frage, wer sie eigentlich sein möchte.
Figuren & Chemie Yoi ist eine herrlich vielschichtige Protagonistin: nach außen gefasst und unnahbar, innerlich völlig überfordert mit der Idee, dass jemand sie so sehen könnte, wie sie sich selbst vielleicht nie gesehen hat. Kohaku dagegen ist direkt, manchmal fast erschreckend offen mit seinen Gefühlen—was die Dynamik zwischen den beiden von der ersten Folge an mit einer spürbaren Spannung auflädt. Was diese Romanze besonders macht, ist ihr Tempo: Hier wird nicht ewig gezögert und gewartet. Die Gefühle sind real, und die Serie traut sich, das auch zu zeigen.
Zeichenstil & Inszenierung In the Clear Moonlit Dusk hat einen ganz eigenen, unverwechselbaren visuellen Stil, der sofort auffällt. Die Hauptfiguren sind besonders aufwendig und farbig gezeichnet—modern, leuchtend, mit einer fast plakativen Präsenz, die sie aus jeder Szene hervorspringen lässt. Die Nebenfiguren hingegen sind in einem wunderbaren, einfacheren Retrostil gehalten, der an klassische Shoujo-Manga der 90er erinnert. Dieser Kontrast ist kein Fehler, sondern bewusstes Stilmittel—und er funktioniert wunderbar. Produziert von den Studios East Fish Studio und Atelier Peuplier, basiert die Serie auf dem gleichnamigen Manga von Mika Yamamori, der seit 2020 im Magazin Dessert erscheint. Das Interesse an dem Stoff ist offenbar groß: Noch während die Anime-Staffel lief, wurde im Februar 2026 eine Realverfilmung angekündigt, die im Oktober 2026 ins japanische Kino kommen soll.
Persönlicher Eindruck & Bewertung In the Clear Moonlit Dusk hat mich von der ersten Folge an begeistert. Die Romanze ist unglaublich schön erzählt—gefühlvoll, aufrichtig und ohne die üblichen Umwege. Der Zeichenstil ist dabei das absolute Sahnehäubchen: Dieser bewusste Kontrast zwischen den farbig-modernen Hauptfiguren und dem charmanten Retrostil der Nebendarsteller verleiht der Serie eine visuelle Handschrift, die ich so noch nicht gesehen habe. Eine echte kleine Entdeckung.
Bewertung: 9,5 / 10
Silvio 04.04.2026, 10.27| (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: TV | TV, Serien, Japan, Anime, crunchyroll,

Der unfreiwilligste Held der Isekai-Geschichte
Was passiert, wenn ein völlig durchschnittlicher Büroangestellter versehentlich in eine Fantasywelt gesaugt wird—und die einzige Fähigkeit, die er mitbringt, ein Online-Supermarkt ist? Bei Campfire Cooking in Another World with My Absurd Skill entsteht daraus eine der herzerwärmendsten, absurdesten und kulinarisch verlockendsten Serien der letzten Jahre. Und offenbar ist der Hunger auf mehr ungebrochen—Staffel 2 dominierte im Herbst 2025 die Crunchyroll-Charts.
Titel: Campfire Cooking in Another World with My Absurd Skill
Land / Jahr: Japan, Staffel 1: 2023 / Staffel 2: 2025
Episodenanzahl: Staffel 1: 12 Episoden | Staffel 2: 12 Episoden à ca. 23 Min.
Genre: Japanisch, Isekai, Fantasy, Komödie, Food, Anime
Streaming: Crunchyroll
Zur Story (spoilerfrei)
Tsuyoshi Mukouda, 27, ganz normaler Büroangestellter, wird versehentlich in eine Heldenbeschwörung hineingezogen und landet in einem Fantasykönigreich. Das Problem: Während die eigentlichen Helden mit mächtigen Kampffähigkeiten gesegnet werden, bekommt Mukouda nur eine einzige Fähigkeit—den Zugang zu einem Online-Supermarkt aus seiner Heimatwelt. Nutzlos, urteilt der Hof. Mukouda sieht das als Chance, schleicht sich still und leise davon und beschließt, das neue Leben einfach in Ruhe zu genießen. Was er nicht ahnt: Moderne japanische Lebensmittel sind in dieser Welt von geradezu magischer Wirkung—und ihr Duft zieht mächtige Monster magisch an. Allen voran Fenrir, der legendäre Wolfsgott persönlich, der kurzerhand einen Vertrautenpakt mit Mukouda eingeht. Nicht aus Loyalität. Sondern weil das Essen so unfassbar gut ist. In Staffel 2 wächst die kleine Reisegruppe um einen weiteren gefiederten Begleiter, und Mukouda setzt seine kulinarischen Abenteuer fort—nun mit noch mehr Begleitern, noch mehr Rezepten und noch mehr Chaos.
Figuren & Chemie
Mukouda ist der perfekte Antiheld: kein Kämpfer, kein Anführer, kein klassischer Auserwählter—sondern einfach jemand, der gut kochen kann und dessen Essen zufällig die stärksten Wesen der Welt in zahme Schlemmer verwandelt. Fenrir, eigentlich ein furchteinflößender Urgott, entpuppt sich als gefräßiger Genießer mit null Scham. Der kleine Slime Sui ist ein Herzensbrecher der Extraklasse. Und Dora-chan, der Pixie-Drache aus Staffel 2, bringt eine ordentliche Prise Ego mit. Was die Gruppe zusammenhält, ist nicht Schicksal oder Pflicht—sondern das gemeinsame Lagerfeuer und das Essen, das darauf entsteht.
Ton & Inszenierung
Produziert von MAPPA, dem Studio hinter Jujutsu Kaisen, überrascht Campfire Cooking mit einem völlig anderen Tempo: ruhig, gemütlich, fast meditativ. Die Serie basiert auf dem gleichnamigen Romanwerk von Ren Eguchi, das weltweit über zehn Millionen Mal verkauft wurde. Ein besonderes Merkmal ist das offene Product Placement—Mukouda bestellt ganz konkrete japanische Markenprodukte, die nach jeder Folge auf den offiziellen Social-Media-Kanälen der Hersteller beworben werden. Das klingt schräg, fügt sich aber herrlich komisch in den Tonfall der Serie ein. Und ja—der Foodie-Isekai-Trend ist real und voll im Gange.
Persönlicher Eindruck & Bewertung
Ich bin völlig hin und weg von dieser Serie. Mukouda ist der absolute Antiheld, der durch seine Kochkünste ganz unbeabsichtigt zu einer zentralen Figur wird—und dabei die stärksten Partner der Welt um sich schart, weil seine Mahlzeiten einfach zu gut sind. Das ist Konzept-Comedy auf höchstem Niveau. Gleichzeitig ist die Serie entspannt, herzerwärmend und macht nach jeder Folge Hunger. Dass der Food-Isekai-Trend gerade Fahrt aufnimmt, passt gut—aber Campfire Cooking war einer der Ersten und bleibt einer der Besten des Genres. Unbedingte Empfehlung für alle, die Isekai mögen und dabei nicht immer alles bierernst nehmen wollen.
Bewertung: 9,5 / 10
Silvio 04.04.2026, 10.18| (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: TV | TV, Serien, Japan, Anime, crunchyroll,

Wenn eine Roboter-Magd kein Roboter ist
Ein Millionenerbe, der Menschen hasst. Eine Kampfsportlegende, die sich als Roboter verkleidet. Und ein Butler, dem das alles völlig egal zu sein scheint. Mechanical Marie klingt auf dem Papier schräg—und ist es auch. Aber vor allem ist es genau das, was gute Shoujo-Romanzen ausmacht: eine herrlich absurde Ausgangssituation, die sich Schritt für Schritt in etwas wirklich Herzerwärmendes verwandelt.
Titel: Mechanical Marie
Land / Jahr: Japan, 2025
Episodenanzahl: 12 Episoden à ca. 24 Minuten
Genre: Japanisch, Romanze, Komödie, Action, Anime
Streaming: Crunchyroll
Zur Story (spoilerfrei) Arthur Zetes ist der Erbe eines mächtigen Konzerns—und ein ausgewachsener Menschenhasser. Kein Wunder: Sein eifersüchtiger Halbbruder Maynard schickt ihm seit Jahren Attentäter ins Haus, was Arthur zu einem misstrauischen, zynischen Teenager gemacht hat, dem außer sich selbst niemand zu trauen scheint. Sein treuer Butler Roy hat deshalb eine ungewöhnliche Lösung gefunden: Er engagiert Marie Evans, eine mittellose, ausdruckslose und erschreckend kampfstarke Profi-Sportlerin—und stellt sie Arthur als seinen neuen Androiden vor. Marie, die dringend Geld braucht, lässt sich auf das Schauspiel ein und gibt fortan die perfekte Roboter-Haushälterin. Das Problem: Arthur verabscheut Lügner über alles. Und Marie ist natürlich durch und durch Mensch. Während sie täglich Attentate abwehrt, heimlich essen und schlafen muss und Arthurs immer misstrauischeren Fragen ausweicht, passiert das Unvermeidliche—die Gefühle zwischen den beiden beginnen sich zu entwickeln. Und das ausgerechnet dann, als das Lügengebäude immer wackeliger wird.
Figuren & Chemie Marie ist eine herrliche Protagonistin: stoisch, ausdruckslos, kampferprobt—und dabei so menschlich und verletzlich, dass man ihr sofort die Daumen drückt. Arthur wiederum ist der klassische mürrische Grummel-Held, der unter seinem Panzer aus Misstrauen und Zynismus eigentlich nur jemanden sucht, dem er vertrauen kann. Die Dynamik der beiden erinnert an das bewährte Prinzip: Je tiefer das Vertrauen, desto verheerender die drohende Lüge. Dass Arthur ausgerechnet in seinen vermeintlichen Roboter verliebt, macht die Sache natürlich noch köstlicher.
Ton & Inszenierung Mechanical Marie basiert auf dem abgeschlossenen Manga von Aki Akimoto, der von 2020 bis 2023 im Shoujo-Magazin LaLa erschienen ist. Die Anime-Adaption von Studio Zero-G und Liber setzt auf leichte Komödie, romantische Spannung und gelegentliche Actioneinlagen, wenn wieder einmal Attentäter auftauchen. Der Vergleich mit dem K-Drama Im Not a Robot liegt dabei wirklich nahe—dieselbe Grundidee, dasselbe süße Chaos, dasselbe unvermeidliche schlechte Gewissen der Hauptfigur.
Persönlicher Eindruck & Bewertung Mechanical Marie hat mich direkt an Im Not a Robot erinnert—und das ist definitiv ein Kompliment. Dieselbe zuckersüße Prämisse, dasselbe nervöse Kribbeln, wenn das Geheimnis der Hauptfigur kurz vor dem Auffliegen steht. Die Serie macht einfach gute Laune und hat genau die richtige Mischung aus Komik und Romanze, um einen Abend lang vollständig in seinen Bann zu ziehen. Wer Shoujo-Romanzen mit einer Prise Absurdität mag, liegt hier goldrichtig.
Bewertung: 8,5 / 10
Silvio 04.04.2026, 10.10| (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: TV | TV, Serien, Japan, Anime, crunchyroll,

Klein, tollpatschig und trotzdem unwiderstehlich
Nicht jeder Vampir ist eine finstere, unsterbliche Bestie aus den Tiefen der Nacht. Manchmal ist er auch einfach ein kleines, tollpatschiges Mädchen, das in der Schule lieber Süßigkeiten futtert als Blut zu saugen—und dabei kläglich scheitert. Blutsaugen für Anfänger ist genau der Anime, den man braucht, wenn man einfach mal abschalten und herzlich grinsen möchte.
Titel: Blutsaugen für Anfänger / Lil Miss Vampire Cant Suck Right Land / Jahr: Japan, 2025 Episodenanzahl: 12 Episoden Genre: Japanisch, Komödie, Fantasy, Slice of Life, Anime Streaming: Crunchyroll
Zur Story (spoilerfrei)
Kashinokidai ist eine ganz besondere Schule—hier leben Menschen, Youkai, Geister und andere übernatürliche Wesen ganz selbstverständlich Seite an Seite. Luna Ishikawa gilt unter ihren Mitschülern als das coole, geheimnisvolle Klassenidol: dunkel, unnahbar, mysteriös. Was die anderen nicht wissen: Hinter dieser Fassade steckt eine Vampirin, die eigentlich völlig unbeholfen ist und vor allem eines nicht kann—richtig Blut saugen. Stattdessen versucht sie, ihren Hunger mit Bergen von Süßigkeiten zu stillen, was ihr mehr als einmal peinlich auf die Füße fällt. Als der unauffällige und fast unsichtbare Tatsuta Otori ihr kleines Geheimnis entdeckt, bietet er ihr kurzerhand an, als ihr persönliches Übungsobjekt zu dienen. Was folgt, ist ein herrlich schiefer Schulalltag voller versteckter Bisse, schwärmender Mitschüler und zwei Außenseitern, die sich langsam aber sicher ihren Platz in der Welt erkämpfen.
Figuren & Atmosphäre
Der eigentliche Charme der Serie liegt weniger in der Handlung als in dem, was zwischen den Figuren passiert. Luna und Tatsuta sind auf ihre ganz eigene Art beide Außenseiter—sie hinter ihrer aufgesetzten Coolness, er hinter seiner schieren Unsichtbarkeit. Zu beobachten, wie die beiden ganz langsam und unbeholfen zueinanderfinden und sich gleichzeitig in die größere Gruppe einleben, ist einfach herzerwärmend. Die Nebencharaktere—von der sportlichen, aber akademisch glücklosen Mitschülerin bis zur grimmig wirkenden, aber gutmütigen Theaterbegeisterten—tragen zusätzlich dazu bei, dass Kashinokidai sich wie ein echter Ort anfühlt, an dem man selbst gern Schüler wäre.
Ton & Inszenierung
Studio feel. setzt auf einen weichen, pastelligen Zeichenstil, der perfekt zur leichten, verspielten Atmosphäre der Serie passt. Die Komik ist nie laut oder überdreht, sondern entsteht meist aus der Situation heraus—besonders Lunas immer neue, kläglich scheiternde Versuche, endlich wie eine echte Vampirin zu wirken, sorgen verlässlich für Schmunzeln. Die Serie basiert auf dem abgeschlossenen Manga von Kyosuke Nishiki, der von 2021 bis 2025 erschienen ist.
Persönlicher Eindruck & Bewertung
Blutsaugen für Anfänger ist einer der niedlichsten Anime der letzten Zeit—und das meine ich als echtes Kompliment. Die Serie stellt keine großen Ansprüche an den Zuschauer und bietet auch keine komplexe Handlung. Aber genau das ist ihr Stärke: Es ist einfach unglaublich charmant zu beobachten, wie zwei kleine Außenseiter ganz langsam lernen, sich in einer Gruppe zu finden und anzukommen. Wer nach etwas Leichtem, Herzerwärmendem und schlicht Niedlichem sucht, ist hier goldrichtig.
Bewertung: 9 von 10
Silvio 04.04.2026, 10.03| (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: TV | TV, Serien, Japan, Anime, crunchyroll,

Wenn Geister die Ehe retten
Was als kleine Entdeckung auf Crunchyroll begann, hat sich inzwischen zu einer Geschichte mit zwei sehr unterschiedlichen Gesichtern entwickelt. Psychic Princess war 2018 einer der charmantesten chinesischen Donghua überhaupt—und hat 2025 mit seiner zweiten Staffel die Community gespalten. Ein Update war also längst überfällig.
Titel: Psychic Princess / Tong Ling Fei
Land / Jahr: China, Staffel 1: 2018–2019 / Staffel 2: 2025
Episodenanzahl: Staffel 1: 16 Episoden à ca. 21 Min. | Staffel 2: 24 Episoden à ca. 20 Min.
Genre: Chinesisch, Historisch, Romanze, Komödie, Übernatürlich, Anime
Streaming: Staffel 1: Crunchyroll | Staffel 2: Bilibili
Zur Story (spoilerfrei)
Qian Yunxi, die älteste Tochter des Premierministers, wurde mit acht Jahren von ihrer eigenen Familie in die Berge verbannt—wegen ihrer übernatürlichen Fähigkeit, Geister zu sehen. Dort wächst sie auf, lernt Kampfkünste und taoistische Magie, und entwickelt sich zu einer furchtlosen, witzigen und völlig unberechenbaren jungen Frau. Als ihre jüngere Halbschwester sich weigert, den gefürchteten Prinzen Ye Youming zu heiraten, wird Yunxi kurzerhand als Ersatz geschickt—verkleidet als ihre Schwester. Im Palast angekommen, trifft sie auf einen kalten, distanzierten Prinzen, der von ihr wenig hält. Doch Yunxi lässt sich von niemandem einschüchtern, bringt den gesamten Hofstaat durcheinander und schleicht sich dabei langsam in das Herz des grimmigen Prinzen.
In Staffel 2 kehrt Yunxi in den Nachtpalast zurück—diesmal muss sie Ye Youming persönlich dienen. Während die Romanze zwischen den beiden endlich richtig Fahrt aufnimmt und der Prinz nun seinerseits um ihre Gunst wirbt, wartet im Hintergrund ein mysteriöser Feind auf seinen Moment.
Figuren & Ton
Das große Pfund von Psychic Princess ist seine Hauptfigur. Yunxi ist das genaue Gegenteil einer hilflosen Prinzessin—sie ist schlagfertig, selbstständig, mutig und sorgt mit ihren Geister-Begleitern (darunter die ikonischen „Reiskuchen" und „Sesamkorn") für reichlich Komik. Die Romanze zwischen ihr und dem klassischen Tsundere-Prinzen Ye Youming entwickelt sich als echter Slow Burn, der in Staffel 1 noch ganz am Anfang steht und in Staffel 2 endlich aufblüht. Der Ton ist leichtherzig und humorvoll, ohne dabei den übernatürlichen und historischen Elementen zu schaden.
Staffel 1 vs. Staffel 2—ein deutlicher Bruch
Wer nach dem Ende von Staffel 1 jahrelang auf eine Fortsetzung gewartet hat, wurde 2025 mit gemischten Gefühlen belohnt. Die gute Nachricht: Die Story macht dort weiter, wo sie aufgehört hat, und bleibt unterhaltsam. Die schlechte Nachricht: Der Wechsel vom charmanten 2D-Zeichenstil der ersten Staffel hin zu 3D-CGI-Animation ist deutlich spürbar—und das nicht unbedingt positiv. Was Staffel 1 so besonders machte, war eben auch dieser warme, etwas retro anmutende Zeichenstil, der perfekt zur verspielten Atmosphäre der Serie gepasst hat. Das neue Studio Shengying Animation liefert solides CGI, aber der Zauber der ersten Staffel lässt sich damit nicht vollständig einfangen.
Persönlicher Eindruck & Bewertung
Staffel 1 bleibt ein echtes Highlight im chinesischen Shoujo-Donghua-Bereich—kurzweilig, witzig, liebevoll animiert und mit einer Protagonistin, die man sofort ins Herz schließt. Staffel 2 setzt die Story solide fort, und inhaltlich gibt es wenig zu meckern. Der Stilwechsel zu CGI ist aber schade—da schließe ich mich der breiten Meinung im Netz an. Die Geschichte trägt die Serie weiter, doch ein Stück vom ursprünglichen Charme bleibt auf der Strecke. Immerhin: Von über 475 Manhua-Kapiteln wurden bisher erst etwa die Hälfte adaptiert—Stoff für mehr wäre also reichlich vorhanden.
Staffel 1: 9 von 10 | Staffel 2: 7 von 10
Vorherige Rezension vom 10.06.2024:
Nachdem ich mir das Crunchyroll Abo zugelegt hatte, musste ich erstmal klarkommen mit der Vielfalt dort. Ich wollte etwas schauen, das abgeschlossen war und suchte nach einem chinesischen Anime, auch Dongwa genannt. Dabei stieß ich dann auf diese Serie. Es gibt tatsächlich eine Realverfilmung zu dem Stoff aus 2019. Also ich finde ja chinesische, historische Dongwas wirklich besonders. Dieser hier macht da keine Ausnahme, super gezeichnet und insgesamt wirklich lustig und kurzweilig. Für mich ganz klar eine Empfehlung.
Silvio 04.04.2026, 09.54| (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: TV | TV, Serien, China, Anime, Crunchyroll,